Ein Spiel im US-Frauenfußball zwischen Chicago Red Stars und North Carolina Courage  | AFP

Ligachefin tritt zurück Missbrauchsskandal im US-Frauenfußball

Stand: 02.10.2021 10:12 Uhr

Schon wieder wird der US-Frauensport von einem Missbrauchsskandal erschüttert: In der Fußball-Profiliga NWSL sollen mehrere Trainer ihre Schützlinge sexuell und emotional misshandelt haben. Die Ligachefin zog nun Konsequenzen.

Die Bestätigung kam per Twitter: Die Chefin der US-Frauenfußball-Profiliga NWSL, Lisa Baird, gibt ihren Posten auf, die NWSL habe ein entsprechendes Rücktrittsangebot Bairds angenommen, hieß es in einem Statement.

Auslöser waren neue Missbrauchsvorwürfe gegen einen Trainer der Liga: Paul Riley war von seinem Verein North Carolina Courage entlassen worden, weil er nach einem Bericht des Portals "The Athletic" mindestens zwei Fußballerinnen zum Sex gezwungen haben soll. Riley bestreitet das. Ebenfalls wegen Missbrauchsvorwürfen hatte Washington-Spirit-Trainer Richie Burke seinen Hut nehmen müssen - er soll über Jahre Spielerinnen massiv beschimpft und emotional misshandelt haben.

Die Ex-Chefin der US-Frauenfußball-Liga NWSL, Lisa Baird, hält eine Rede | dpa

Die zurückgetretene Ligachefin Baird soll von den Missbrauchsvorwürfen gewusst haben. Bild: dpa

Scharfe Kritik von Superstar Rapinoe

Vor allem der Fall Riley sorgt für große Empörung. Die Liga, inklusive ihrer nun zurückgetretenen Chefin Baird, soll von den Vorwürfen mehrerer Frauen schon länger gewusst haben - ohne zu handeln. US-Fußball-Superstar Megan Rapinoe und ihre Weltmeister-Kollegin Alex Morgan kritisierten die Liga scharf: Sie sei mitverantwortlich, weil sie dabei versagt habe, ihre Spielerinnen zu schützen. "Brennt alles nieder. Lasst all ihre Köpfe rollen", forderte Rapinoe auf Twitter.

Als erste Reaktion sagte die NWSL zunächst alle fünf Wochenendspiele ab. Baird, zu diesem Zeitpunkt noch im Amt, hatte dafür bereits die Verantwortung übernommen. "Der Schmerz, den so viele fühlen, tut mir leid", sagte sie. Doch die Kritik an ihr riss nicht ab. Nur Stunden später trat sie zurück.

Verbände kündigen Ermittlungen an

Der US-Fußballverband, der die Frauenliga 2013 mitbegründet hatte, kündigte eine Untersuchung der Fälle an. Auch der Weltverband FIFA will die Vorgänge beleuchten.

MIt Informationen von Julia Kastein, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Oktober 2021 um 19:17 Uhr.