In San Antonio kündigte Julian Castro seine Kandidatur an. | Bildquelle: AFP

Vorwahl bei den Demokraten Castro will US-Präsident werden

Stand: 12.01.2019 21:53 Uhr

Bei den US-Demokraten wagen sich die ersten Kandidaten für die Vorwahlen aus der Deckung. Ex-Minister Castro kündigte in Texas offiziell seine Kandidatur an. Ziehen die politischen Schwergewichte bald nach?

Der frühere US-Wohnungsbauminister Julian Castro will für die Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2020 antreten. Er gab in seiner Heimatstadt San Antonio in Texas offiziell seine Kandidatur für die Vorwahlen der Demokraten bekannt.

Der 44-Jährige saß drei Jahre im Kabinett des damaligen Präsident Barack Obama. Zuvor war er fünf Jahre lang der Bürgermeister San Antonios. Castro könnte unter den demokratischen Anwärtern der einzige mit lateinamerikanischen Wurzeln sein - er ist der Enkel eines Mexikaners.

In seiner Rede anlässlich seiner Kandidatur griff er Präsident Donald Trump an. Die derzeitige Krise betreffe nicht die nationale Sicherheit - vielmehr sei es eine Führungskrise. Trump habe es versäumt, die Werte der USA aufrecht zu halten. Im Falle eines Wahlsiegs werde er als erste Amtshandlung den Wiedereintritt der USA in das Pariser Klimaabkommen einleiten, versprach Castro.

In San Antonio kündigte Julian Castro seine Kandidatur an. | Bildquelle: AFP
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Der große Auftritt gelingt dem Ex-Bürgermeister und ehemaligem Minister Castro schon.

Wer tritt noch an?

Rund ein Jahr vor dem Beginn der Vorwahlen in den USA nimmt das Kandidatenkarussell bei den Demokraten immer mehr Fahrt auf. Wenige Stunden vor Castro hatte die demokratische Abgeordnete Tulsi Gabbard angekündigt, innerhalb einer Woche ihre Kandidatur offiziell zu machen. Die 37-jährige Irak-Veteranin Gabbard ist das erste hinduistische Mitglied des US-Kongresses und gehört dem Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses an.

Die politischen Schwergewichte halten sich noch zurück. Als aussichtsreiche Anwärter auf die Kandidatur der Demokraten gelten Robert "Beto" O'Rourke aus Texas, die Senatoren Elizabeth Warren und Cory Booker sowie der ehemalige Vizepräsident Joe Biden. Auch Bernie Sanders, der 2016 im Vorwahlkampf gegen Hillary Clinton gescheitert war, könnte es nochmal versuchen. Keiner von ihnen hat bisher offiziell eine Kandidatur angekündigt. Warren gründete aber letzte Woche ein Komitee, das ihre Chancen ausloten soll, der übliche Schritt vor einer Kandidatur.

Die parteiinternen Vorwahlen, mit denen die Demokraten ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin für die Wahl im November 2020 ermitteln, beginnen im Februar 2020 im Bundesstaat Iowa. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Bewerberfeld sehr groß sein wird.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Januar 2019 um 07:00 Uhr.

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