Mitarbeiter in iranischer Atomanlage | Bildquelle: dpa

Verstoß gegen Atomabkommen Urananreicherung in Fordo gestartet

Stand: 09.11.2019 13:51 Uhr

Der Iran verstößt erneut gegen das Atomabkommen. Die Zentrifugen in der unterirdischen Anlage von Fordo sind wieder in Betrieb. Die Führung in Teheran hatte den Schritt Mitte der Woche angekündigt.

Der Iran hat die Anreicherung von Uran in der Atomanlage Fordo wieder aufgenommen. Vier Jahre lang standen die Zentrifugen still, nach der Unterzeichnung des Atomabkommens in Wien. US-Präsident Trump war 2018 aus dem Vertrag ausgestiegen und hatte Sanktionen gegen Teheran verhängt. Er hielt die Vereinbarung für nicht streng genug. Nach dem Ausstieg der USA fühlte sich auch der Iran nicht mehr vollständig an das Abkommen gebunden. Die europäischen Vertragspartner versuchen, es aufrechtzuerhalten, aber ohne großen Erfolg.

Urangas in Zentrifugen gefüllt

Der Sprecher der iranischen Atombehörde, Berus Kamalwandi, teilte nun mit, in der Anlage in Fordo habe die Anreicherung von Uran begonnen. Mitte der Woche war Urangas in die Zentrifugen gefüllt worden. Dieses Verfahren war laut Atomabkommen bislang verboten. Westliche Geheimdienste haben dem Iran mehrfach vorgeworfen, die unterirdische Anlage in Fordo für militärische Zwecke zu nutzen.

Atomanlage Fordo | Bildquelle: dpa
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Satellitenaufnahme von der Atomanlage Fordo im Iran

Das Atomabkommen von 2015 erlaubt dem Iran die Anreicherung von Uran nur zu einem bestimmten Grad. Der Westen wirft Teheran vor, das Uran anzureichern, um es für Atomwaffen zu nutzen. Die Führung in Teheran bestreitet das und behauptet, das Atomprogramm diene lediglich zivilen Zwecke.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. November 2019 um 18:31 Uhr.

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