Aufräumarbeiten in Sant Llorenc auf Mallorca | Bildquelle: AFP

Schweres Unwetter Drei Deutsche auf Mallorca getötet

Stand: 11.10.2018 21:03 Uhr

Das Ausmaß des schweren Unwetters auf Mallorca wird immer deutlicher: Mindestens zwölf Menschen kamen ums Leben - darunter drei Deutsche. Ein Kind wird weiter vermisst. Die Such- und Aufräumarbeiten laufen noch.

Bei dem schweren Unwetter auf der spanischen Insel Mallorca sind drei Deutsche ums Leben gekommen. Bei den im Laufe des Tages geborgenen Leichen handle es sich um ein deutsches Ehepaar, bestätigte eine Sprecherin des Notdienstes.

Auch ein bereits kurz nach dem Unwetter geborgener Toter sei ein Deutscher, sagte die Sprecherin. Bei diesem handelt es sich um einen Journalisten aus Niedersachsen, wie am Abend der Chefredakteur der "Neuen Presse" in Hannover bestätigte. Der Reporter sei auf der Insel im Urlaub gewesen. Er habe am Dienstag eine Freundin vom Flughafen abholen wollen, sei dort aber nie angekommen. Die Freundin und eine Nachbarin haben den Mann demnach identifiziert.

Insgesamt stieg die Zahl der Toten auf der Urlaubsinsel damit auf zwölf.

Das Ehepaar auf Mallorca sei in der Nähe seines Fahrzeugs gefunden worden, das auf der überfluteten Strecke nahe des Ortes Artà leer aufgefunden worden war, hieß es. Zur genauen Herkunft der deutschen Opfer gab es keine Angaben, aber das Paar soll Informationen des Notdienstes zufolge auf Mallorca gelebt haben. Nach Angaben des spanischen Fernsehens waren die beiden 63 und 61 Jahre alt.

Suche nach Kind dauert an

Ein fünfjähriger Junge wird weiter vermisst. Hunderte Einsatzkräfte beteiligen sich an der Suche nach dem Jungen.

Nach einem Sturzregen am Dienstagabend waren mehrere Orte an der Ostküste Mallorcas überschwemmt worden. Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse und wurden teilweise komplett weggespült. Die Ortschaften Betlem und Colònia de Sant Pere seien weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, berichtete das "Mallorca Magazin". Am schlimmsten betroffen war der Ort Sant Llorenc 60 Kilometer östlich von Palma. Innerhalb von nur zwei Stunden waren in der Region nach Angaben des Wetterdienstes mehr als 230 Liter Regen gefallen.

Bei den weiteren auf Mallorca geborgenen Toten handele es sich um sechs Männer und vier Frauen, so die Einsatzkräfte auf Twitter. Neben den Deutschen seien drei weitere Opfer Ausländer - ein Paar aus Großbritannien und eine Holländerin.

Am Freitag wollen König Felipe und Königin Letizia Medienberichten zufolge in das Gebiet um Sant Lllorenc reisen, um sich persönlich ein Bild von der Lage zu machen.

Nadal in Gummistiefeln | Bildquelle: dpa
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Tennisstar Nadal half beim Aufräumen in Sant Llorenc.

Nadals Tenniscamp Manacor wurde zur Notunterkunft umfunktioniert | Bildquelle: ATIENZA/EPA-EFE/REX/Shutterstock
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Sein Tenniscamp Manacor wurde zur Notunterkunft umfunktioniert.

An den Aufräumarbeiten und Hilfsaktionen beteiligten sich zahlreiche Freiwillige, darunter der mallorquinische Tennis-Star Rafael Nadal.

Auch Sardinien und Südfrankreich betroffen

Auch auf der italienischen Insel Sardinien und in Südfrankreich gab es ungewöhnlich heftigen Regen und Hochwasser. Der Chef des Zivilschutzes von Sardinien rief die Bürger auf, sich keinen unnötigen Risiken auszusetzen.

Eingestürzte Brücke nahe Cagliari | Bildquelle: AFP
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Eingestürzte Brücke nahe Cagliari

Besonders schlimm war die Situation rund um die Hauptstadt Cagliari. Schulen und öffentliche Einrichtungen blieben geschlossen. Viele Menschen wurden in Sicherheit gebracht, Straßen gesperrt. Die Überführung einer Verbindungsstraße zwischen Cagliari und Capoterra hatte am Mittwoch der Wucht des Wassers nicht standgehalten und war gebrochen.

Bei Sainte-Maxime an der französischen Côte d'Azur wurden mehrere Autos ins Wasser gespült.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Oktober 2018 um 17:00 Uhr.

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