Ermittler geht durch Flugzeugtrümmer | dpa

737-Max-Absturz Bericht macht Boeing verantwortlich

Stand: 23.10.2019 13:00 Uhr

Indonesische Ermittler halten einen Konstruktionsfehler für die Ursache des Absturzes einer Boeing 737 Max vor einem Jahr. Angehörige der 189 Todesopfer wurden heute über die Untersuchungen informiert.

Der Abschlussbericht der indonesischen Ermittler ist deutlich: Ein Konstruktionsfehler sei die Ursache für den Absturz einer Boeing 737 Max Ende Oktober vergangenen Jahres gewesen. 189 Menschen waren damals in dem südostasiatischen Land ums Leben gekommen. Der offizielle Bericht soll erst am Freitag veröffentlicht werden. Vorab informierten die Behörden aber die Angehörigen der Opfer. Dem Bericht zufolge soll eine Fehlfunktion des Kontrollsystems das Unglück mitverursacht haben. Mängel in der Kommunikation der Flugbesatzung und der manuellen Steuerung des Flugzeugs hätten zum Absturz beigetragen. Das Flugzeug war kurz nach dem Start ins Meer gestürzt.

Steuerungsprogramm von einem einzigen Sensor abhängig

Das eigens für die Boeing 737 Max entwickelte Steuerungsprogramm ist demnach von einem einzigen Sensor abhängig, der außen am Flugzeug angebracht ist. Bei dem Unglücksflug lieferte dieser Sensor offenbar falsche Daten, so dass die Piloten immer wieder vergeblich versuchten, die Maschine nach oben zu ziehen. Schließlich stürzte die Maschine ab. Eine Boeing-Sprecherin wollte sich nicht dazu äußern. Auch die damals betroffene Fluggesellschaft, Lion Air, lehnte eine Stellungnahme ab.

Nach zwei Unglücken weltweites Startverbot für Boeing 737 Max

Der Absturz in Indonesien und ein weiterer in Äthiopien führten zu einem weltweiten Startverbot des Flugzeugstyps Boeing 737 Max. Im Zentrum der Ermittlungen steht seitdem die Frage, ob es eine Verbindung zwischen beiden Unfällen gibt und welche Rolle die Bordtechnik von Boeing gespielt hat. Schon früh hatte es Hinweise darauf gegeben, dass Piloten in den Flugzeugen Probleme mit der Kontrolle des Aufstiegswinkels hatten.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2am 23. Oktober 2019 um 13:00 Uhr.