Demonstranten sitzen am 17. November während der Proteste auf der Sinak-Brücke. | Bildquelle: dpa

Proteste gegen Regierung Immer mehr Todesopfer im Irak

Stand: 21.11.2019 11:09 Uhr

Die Zahl der Toten bei den seit Wochen anhaltenden Unruhen im Irak steigt weiter. In der Nacht wurden erneut zwei Menschen getötet. Die Demonstranten protestieren gegen Korruption und fordern den Rücktritt der Regierung.

Bei den Protesten im Irak sind in der Nacht zwei Menschen getötet worden. Das berichten Sicherheitskräfte und Krankenhauspersonal. Demnach seien sie bei Straßenschlachten mit der Polizei ums Leben gekommen. Mehr als 30 Demonstranten seien zudem verletzt worden.

Blockade der Brücken

Die Auseinandersetzungen konzentrierten sich zuletzt auf die drei größten Brücken der Hauptstadt, die alle in die streng abgeriegelte Grüne Zone führen, wo die Regierung ihren Sitz hat. Die Demonstranten haben die Brücken zum Teil besetzt und stehen dort einem Großaufgebot an Sicherheitskräften gegenüber. Immer wieder geraten die beiden Seiten aneinander.

Auf der Ahrar-Brücke wurde den Angaben zufolge ein Demonstrant erschossen, als die Polizei versuchte, die Besetzer mit scharfer Munition zu vertreiben. Auf der Sinak-Brücke setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein, auch dort kam eine Person ums Leben. Sie ist demnach von einem Tränengasbehälter am Kopf getroffen worden.

Proteste gegen Korruption und Arbeitslosigkeit

Seit Beginn der Unruhen sind mehr als 320 Demonstranten getötet worden, die meisten von ihnen in Bagdad und im Süden des Landes. Die Demonstranten kritisieren unter anderem, dass es trotz des Ölreichtums des Landes zu wenig Jobs und keine funktionierende Grundversorgung etwa mit Strom gebe. Sie machen ein dysfunktionales politisches System und die grassierende Korruption dafür verantwortlich und fordern einen Rücktritt der Regierung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. November 2019 um 11:00 Uhr.

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