Jemeniten füllen Kanister mit Wasser in einem Lager für Binnenvertriebene. | AFP

UNICEF-Report Wasser als Waffe

Stand: 25.05.2021 10:29 Uhr

Das Kinderhilfswerk UNICEF mahnt, dass Angriffe auf die Wasserversorgung weiterhin verbreitet seien. So könnten sich zum Beispiel Krankheiten ausbreiten. Millionen Kinder in Konfliktgebieten seien dadurch bedroht.

In zahlreichen Ländern sind Angriffe auf die Wasserversorgung weiterhin verbreitet. Millionen von Kindern in Konfliktgebieten sind dadurch bedroht, wie ein UNICEF-Report zeigt. Das UN-Kinderhilfswerk forderte ein Ende solcher Attacken. "Der Zugang zu Wasser ist überlebenswichtig und darf niemals als Kriegswaffe eingesetzt werden", sagte der Leiter der weltweiten UNICEF-Nothilfe, Manuel Fontaine.

Manuel Fontaine

Angriffe auf die Wasserversorgung seien Angriffe auf Kinder, warnt Manuel Fontaine. (Archiv)

In fragilen Staaten ist es nach Angaben von UNICEF für Kinder unter fünf Jahren 20-mal wahrscheinlicher, an Durchfallerkrankungen zu sterben als durch Gewalt. "Angriffe auf die Wasser- und Sanitärinfrastruktur sind Angriffe auf Kinder", mahnte Fontaine.

Krankheiten wie Cholera können sich verbreiten

Wenn die Wasserversorgung unterbrochen werde, könnten sich Krankheiten wie die Cholera "wie ein Lauffeuer verbreiten, oft mit tödlichen Folgen. Krankenhäuser funktionieren dann nicht mehr und immer mehr Kinder leiden an Unterernährung und Auszehrung."

In dem Report "Wasser unter Beschuss" wurden neun Länder untersucht. Etwa 48 Millionen Menschen sind dort laut UNICEF auf eine sichere Wasser- und Sanitärversorgung angewiesen. So gab es in der Ostukraine seit Jahresbeginn vier Angriffe auf die Wasserinfrastruktur, seit 2017 waren es insgesamt 380 Angriffe. Im Jemen wurden 122 Luftangriffe seit März 2015 gezählt. Im Irak leben demnach 1,85 Millionen Menschen abgeschnitten von regelmäßigem Zugang zu Trinkwasser und sicheren sanitären Anlagen.

Jemeniten füllen Kanister mit Wasser in einem Lager für Binnenvertriebene. | AFP

In vielen Ländern wie im Jemen ist die Wasserversorgung fragil. Bild: AFP

Ende der Angriffe gefordert

UNICEF fordert ein Ende von Angriffen auf Wasser- und Sanitäranlagen. Regierungen müssten entschiedenere Maßnahmen ergreifen, um Urheber dieser Angriffe zur Rechenschaft zu ziehen. In Konfliktsituationen brauche es rasche Investitionen in Wasser- und Sanitäreinrichtungen, um Krankheiten zu verhindern.

Im Jahr 2020 leistete die Organisation nach eigenen Angaben in 120 Ländern Nothilfemaßnahmen in diesem Bereich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in Informationen am Morgen am 26. September 2016 um 05:05 Uhr.