Kinder arbeiten in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi auf einer Baustelle. | Bildquelle: AFP

UNICEF-Bericht 152 Millionen Kinder müssen arbeiten

Stand: 11.06.2019 08:32 Uhr

Die gute Nachricht: Die Zahl der Kinder, die arbeiten müssen, geht zurück. Jedoch macht dem Kinderhilfswerk UNICEF Sorgen, dass dieser Rückgang sich verlangsamt. Vor allem in Afrika und Asien müssen Millionen Kinder arbeiten.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF fordert weltweit einen stärkeren Kampf gegen Kinderarbeit. Immer noch müssten 152 Millionen Mädchen und Jungen - fast jedes zehnte Kind auf der Welt - arbeiten, um zum Überleben ihrer Familien beizutragen, erklärte das Hilfswerk in Köln aus Anlass des "Welttags gegen Kinderarbeit" am morgigen Mittwoch.

Fast die Hälfte von ihnen (73 Millionen) leide unter Arbeitsbedingungen, die gefährlich oder ausbeuterisch seien. Die meisten von Kinderarbeit betroffenen Jungen und Mädchen leben in Afrika (72 Millionen), gefolgt von Asien (62 Millionen). Über 70 Prozent der arbeitenden Mädchen und Jungen sind in der Landwirtschaft tätig.

Kinder arbeiten auf der undatierten Aufnahme von Amnesty International in einer Kobaltmine im Kongo. | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Vor allem in Afrika - wie hier in Minen im Kongo - müssen viele Kinder arbeiten.

Ein Junge arbeitet in Kalkutta (Indien) in einer Ziegelsteinfabrik. | Bildquelle: dpa
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Oft ist die Arbeit körperlich anstrengend, wie hier in einer Ziegelfabrik in Indien.

Rückgang verlangsamt

UNICEF rief Regierungen, Zivilgesellschaft und Unternehmen dazu auf, die Ursachen von Kinderarbeit wie extreme Armut, fehlende Bildungschancen und die Diskriminierung von Mädchen stärker zu bekämpfen. "Es reicht nicht, Kinderarbeit zu verurteilen und zu verbieten", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

In den vergangenen Jahrzehnten sei die Zahl der arbeitenden Kinder zwar stark gesunken - von 246 Millionen im Jahr 2000 auf 152 Millionen 2016. Der Rückgang habe sich zuletzt aber verlangsamt. "Wenn der Fortschritt lediglich im aktuellen Tempo weitergeht, werden auch im Jahr 2025 noch 121 Millionen Mädchen und Jungen von Kinderarbeit betroffen sein", so die UN-Organisation.

NGO fordert konkrete Maßnahmen

Auch die Hilforganisation "Terre des Hommes" fordert Strategien, um die schädlichsten Formen von Kinderarbeit einzudämmen. So müssten sämtliche Regierungen weltweit die Schulpflicht durchsetzen. Staatliche Aufsichtsbehörden müssten gestärkt und Arbeitgeber, die Kinder ausbeuten, bestraft werden, forderte die Organisation. Eltern müssten über die Folgen von ausbeuterischer Kinderarbeit aufgeklärt und Jungen und Mädchen, die etwa in privaten Haushalten arbeiten, regelmäßig über ihre Arbeitsbedingungen befragt werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juni 2019 um 09:00 Uhr.

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