Kongolesische Flüchtlinge, die darauf warten, von einem Mitarbeiter des UNHCR registriert zu werden. | Bildquelle: imago/ZUMA Press

UN-Flüchtlingshilfswerk "Geld für Flüchtlinge fehlt"

Stand: 09.10.2018 16:04 Uhr

Die UN haben die Staaten aufgerufen, mehr Geld für die Versorgung von Flüchtlingen bereitzustellen. Das UNHCR benötige in diesem Jahr mehr als acht Milliarden US-Dollar für die Flüchtlingshilfe.

Die Vereinten Nationen haben eine mangelnde internationale Spendenbereitschaft für Millionen Menschen auf der Flucht kritisiert. In diesem Jahr werden noch rund 8,2 Milliarden US-Dollar benötigt, heißt es.

Bisher seien erst mindestens 39 Prozent der für 2018 benötigten Gelder eingetroffen, so ein Bericht des Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Aufgrund der fehlenden Überweisungen klaffe im Budget 2018 eine Finanzierungslücke von 4,5 Milliarden US-Dollar. Der UN-Organisation zufolge waren Ende 2017 rund 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie noch nie seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

Hunger und menschenunwürdige Unterkünfte

Die Geldknappheit führe zu Mangelernährung, einer schlechten medizinischen Versorgung, menschenunwürdigen Unterkünften und einer nicht ausreichenden Schulbildung für die Kinder auf der Flucht. Das UNHCR rechnet jedoch damit, dass Geber bis Dezember weitere Beträge überweisen.

Besonders betroffen Burundi, Kongo und Afghanistan

Besonders schlimm sei die humanitäre Lage der 400.000 Menschen aus Burundi, die vor der Gewalt in ihrer Heimat ins Ausland geflohen sind, heißt es in dem UNHCR-Bericht weiter. Von den benötigten 206 Millionen US-Dollar für 2018 seien erst 28 Prozent überwiesen worden. Für die 800.000 Flüchtlinge aus der Demokratischen Republik Kongo seien erst 31 Prozent der für 2018 benötigten 369 Millionen US-Dollar eingegangen. Weiter hätten die Geber für mehr als vier Millionen Afghanen auf der Flucht lediglich 32 Prozent der für 2018 veranschlagten 304 Millionen US-Dollar gezahlt.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk wird mit Spenden finanziert, die wichtigsten Geber sind dabei Staaten. So hat etwa Deutschland für 2018 rund 116,5 Millionen Euro bereitgestellt, die Europäische Union etwa 388 Millionen Euro. Größter Geber sind die USA mit 1,129 Milliarden Euro.

Über dieses Thema berichteten am 09. Oktober 2018 Deutschlandfunk um 14:00 Uhr und NDR Info um 14:15 Uhr in den Nachrichten.

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