Eine Pizza backt im traditionellen Holzofen. | Bildquelle: REUTERS

Pizza ist UNESCO-Welterbe Ein Stück Kultur mit extra Käse

Stand: 07.12.2017 16:47 Uhr

Frisch aus dem Ofen und dick belegt - die Pizza lässt weltweit Hungrigen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Nun ist sie sogar Weltkulturerbe. Die Erfolgsgeschichte begann in Neapel - und dort ist die Pizza viel mehr als nur ein Snack für zwischendurch.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

In Neapel wissen sie es natürlich schon lange, dass die Pizza ein Kunstwerk ist - und ihre Macher, die Pizzaioli echte Künstler, zumindest dürfen sich die Pizzabäcker jetzt so fühlen.

"Es gibt so viel Freude, so viel Glücklichsein wegen dieser so einfachen Sache: mit Wasser, Salz, Mehl, Hefe, Tomaten, Knoblauch, Öl und Oregano", sagt einer der Pizzaioli. Diese Volkstradition esse man auf der ganzen Welt, "und jetzt verteidigen wir auch weltweit die Pizza, made in Napoli".

Pizzabäcker in Neapel beißen in eine Pizza Margherita. | Bildquelle: AFP
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Die Pizzabäcker in Neapel sind stolz auf die Auszeichnung für ihre Pizza.

Eine Köstlichkeit für ein Königspaar

Die Auszeichnung der Pizza durch die UNESCO macht ihre Bäcker hörbar stolz. Man bekommt die Pizza in Neapel fast an jeder Ecke. Die besten Läden bieten ein eher karges Ambiente und nur wenige Sorten. Von einer Pizza Hawaii hält man hier nichts, wo doch eine Pizza Margherita, am besten mit Büffelmozzarella, schon als Luxusversion gilt.

Neapolitaner erzählen gerne Geschichten, und natürlich gibt es auch eine Geschichte zur Entstehung der Pizza Margherita. Demnach hatte das italienische Königspaar, Umberto I. und seine Frau Margherita, im Sommer 1889 den Pizzabäcker Raffaele Esposito zu sich eingeladen, um sich etwas volksnah zu geben. Und Esposito erfand zu diesem Anlass und in nationalem Überschwang die Pizza in den Nationalfarben grün, weiß und rot - mit Basilikum, Mozzarella und Tomatensauce.

In der Pizzeria Brandi, wo Esposito wirkte, erinnert sich Enrico Pagnani, einer seiner Nachfolger, noch heute gerne daran: "Königin Margherita fand diese Pizza sehr gut." Das habe sie sogar per Dokument bestätigt, das noch immer in der Pizzeria ausgestellt wird. "Daher hat Esposito, der ziemlich schlau war, beschlossen die Pizza 'Margherita' zu nennen - zu Ehren der Königin", erzählt Enrico weiter.

Ein Handwerk mit Tradition

Die Geschichte wird inzwischen von einigen Historikern angezweifelt. Demnach war Esposito vor allem ein Marketing-Genie. Doch egal: Neapolitanische Pizza, auch die berühmte Margherita, wird heute auf der ganzen Welt gegessen. Und nun, da sie zum Weltkulturerbe wird, will auch Italiens Kulturminister Dario Franceschini die Tradition loben: "Die Kunst des italienischen Pizzabäckers wird anerkannt. Da geht es um Können, um Handwerk, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Ein Stück italienischer Kultur in der Welt."

Doch viele wissen gar nicht, woher die Pizza Margherita ursprünglich stammt. Das soll sich jetzt mit der Unesco-Auszeichnung ändern. Acht Jahre internationaler Verhandlungen hat es dafür gebraucht, betonen italienische Medien.

Pizza als "Grundrecht für alle"

Im Museo di Capodimonte, oberhalb von Neapels Altstadt, hat man vor lauter Freude noch einmal den Ofen angeheizt, in dem die erste Pizza gebacken worden sein soll. Wie immer mit Holzkohle, bei sehr hohen Temperaturen. Nach nur 60 bis 70 Sekunden ist das Kunstwerk fertig.

Stolz sind sie alle in Neapel, und für alle Pizzabäcker in der Stadt - es soll Tausende geben, aber so genau weiß das keiner - ist das ein großer Festtag: "Die neapolitanische Pizza ist ein Grundrecht für alle. Und deshalb müssen wir neapolitanischen Pizzabäcker auch in der ganzen Welt anerkannt werden - guten Appetit."

Neapolitanische Pizza wird Weltkulturerbe
Jan-Christoph Kitzler, ARD Rom
07.12.2017 16:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Dezember 2017 um 12:32 Uhr.

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