Kinder in einem UN-Flüchtlingscamp im Jemen | Bildquelle: dpa

UNESCO zu Flüchtlingskindern Bildungschance mangelhaft

Stand: 20.11.2018 12:40 Uhr

Flüchtlingskinder haben weltweit schlechtere Chancen auf eine gute Bildung, kritisiert die UNESCO. Manche Länder schließen sie demnach ganz aus. Für Deutschland gab es Lob - aber auch Kritik.

In vielen Ländern wird Flüchtlingskindern laut UNESCO nicht genug Zugang zu Bildung gewährt. Einige Regierungen verweigerten ihnen das Recht auf Bildung gänzlich, hieß es im in Berlin vorgestellten Weltbildungsbericht 2019. Gelobt wurde hingegen Deutschland für seinen Einsatz bei der Integration von Flüchtlingen und Migranten ins Bildungssystem.

Die weltweite Präsentation des UNESCO-Berichts fand zum ersten Mal in Deutschland statt. Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur bewertet jedes Jahr die Bildungsfortschritte in der Welt.

UNESCO-Weltbildungsbericht 2019
tagesschau 12:00 Uhr, 20.11.2018, Andreas Jöhrens, RBB

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Sprachförderung in Deutschland überdurchschnittlich

Der aktuelle Weltbildungsbericht trägt den Titel "Migration, Flucht und Bildung: Brücken bauen statt Mauern". Er zeige unter anderem, dass die Sprachförderung von Geflüchteten in Deutschland überdurchschnittlich sei, hieß es. Geflüchtete mit guten Deutschkenntnissen, Lese- und Schreibfertigkeiten hatten demnach eine um 19 Prozentpunkte höhere Chance auf Beschäftigung. Sprachkenntnisse seien auch mit einem besseren Zugang zu Bildungs-, Gesundheits- und Rechtsdienstleistungen verbunden.

Zugleich konstatierte der Weltbildungsbericht aber noch Verbesserungsbedarf in Deutschland, etwa bei der Chancengerechtigkeit. Kritisiert wurde unter anderem, dass viele Flüchtlingskinder lange in Sonderklassen unterrichtet würden. "Das gemeinsame Lernen aller muss die nächste Aufgabe sein, der sich das Land stellt", erklärten die Autoren.

Insgesamt habe Deutschland bei der Integration von Flüchtlingen in das Bildungswesen bereits viel erreicht, sagte die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Maria Böhmer. Konkret nannte sie eine umfangreiche Sprachförderung und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse für den Arbeitsmarkt, bei der Deutschland weltweit herausrage. Fehlende Qualifikationen seien für viele trotzdem ein Hindernis. Vor allem junge Frauen hätten Schwierigkeiten, in der deutschen Arbeitswelt Fuß zu fassen.

Auch Fortschritte in einkommensschwachen Ländern

Laut UNESCO sind mehr als die Hälfte der weltweit geflüchteten Menschen unter 18 Jahre alt. Demnach haben asylsuchende Kinder, die in Lagern beispielsweise in Australien, Ungarn, Indonesien, Malaysia und Mexiko leben, allenfalls eingeschränkten Zugang zu Bildung. Es gebe auch einige Aufnahmeländer, die gar keine Sprachkurse für Geflüchtete anbieten. Dies sei aber für eine soziale Integration und Chancen auf dem Arbeitsmarkt dringend nötig. In vielen Fällen erhielten Flüchtlinge zwar Zugang zu Bildung, könnten aber nicht mit Gleichaltrigen aus dem Land lernen.

Positiv hebt der Weltbildungsberichts hervor, dass acht der zehn Länder mit den meisten Geflüchteten deutliche Fortschritte bei der Integration von Flüchtlingen in die nationalen Bildungssysteme gemacht haben. Darunter sind einkommensschwache Länder wie Tschad, Äthiopien und Uganda.

Vorstellung des UNESCO Weltbildungsberichts in Berlin
F. Barz, ARD Berlin
20.11.2018 14:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. November 2018 um 13:00 Uhr.

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