Joe Biden

Biden fordert zum Impfen auf "Tun Sie es jetzt!"

Stand: 05.07.2021 07:53 Uhr

Eigentlich sollten in den USA schon 70 Prozent der Erwachsenen die erste Impfung bekommen haben. Doch das Impfziel wurde verfehlt. Fast schon flehentlich warb US-Präsident Biden erneut fürs Spritzen.

US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner am Nationalfeiertag mit Nachdruck zur Impfung aufgefordert, um gemeinsam die "Unabhängigkeit" vom Coronavirus zu erreichen. Sich impfen zu lassen sei das "Patriotischste", was die Bürger jetzt tun könnten, sagte er am Unabhängigkeitstag. "Falls Sie noch nicht geimpft sind, tun Sie es! Tun Sie es jetzt - für sich selbst, für Ihre Lieben, für Ihre Gemeinde, für Ihr Land!"

Dank der Impfkampagne seien die USA "näher dran als je zuvor, ihre Unabhängigkeit von dem tödlichen Virus zu erklären", betonte Biden. Das Virus sei aber noch nicht besiegt, zudem gebe es neue gefährliche Varianten. "Aber die beste Verteidigung gegen diese Varianten ist, sich impfen zu lassen", sagte der 78-Jährige. Dank der Impfungen kontrolliere das Virus das Leben der Menschen nicht mehr, "es lähmt unser Land nicht mehr, und es liegt in unserer Macht, dafür zu sorgen, dass es nie wieder so kommt".

Menschen bei den Feierlichkeiten zum 4. Juli vor dem Weißen Haus - im Hintergrund das Washington Monument | EPA

Großes Grillfest zum Unabhängigkeitstag Bild: EPA

Bidens Impfziel verpasst

Biden beging den Feiertag mit einem großen Grillfest im Garten des Weißes Hauses für rund 1000 geladene Gäste. Darunter waren viele Soldaten, Mitarbeiter des Gesundheitswesens und deren Familien. Der Unabhängigkeitstag hatte in diesem Jahr auch besondere Bedeutung, weil Biden bis dahin ein neues Impfziel erreicht haben wollte.

Das Ziel wurde jedoch trotz zahlreicher Impfanreize und eines großen Vorrats an Impfstoffen verfehlt. Bis Sonntag sollten 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten haben. Bisher bekamen jedoch nur 67 Prozent - oder 173 Millionen Menschen - mindestens die erste Impfung, wie Daten der Gesundheitsbehörde CDC zeigten.

Anreize fürs Impfen

Das Weiße Haus hatte bereits Ende Juni eingeräumt, das Impfziel könne wohl nicht erreicht werden. Im Schnitt werden pro Tag in etwa eine Million Menschen geimpft - deutlich weniger als die mehr als drei Millionen auf dem Höhepunkt der Impfkampagne im Frühjahr. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung von rund 330 Millionen Menschen haben inzwischen 55 Prozent mindestens die erste Spritze bekommen.

Viele Bundesstaaten bieten bereits Anreize wie die Verlosung hoher Geldpreise an, um zögerliche Menschen dazu zu bewegen, sich impfen zu lassen. Umfragen legen jedoch nahe, dass die Impfkampagne nun immer zäher voranschreiten dürfte, weil rund 20 Prozent der Landesbewohner die Impfungen ablehnen. Vor allem unter Republikanern ist eine ablehnende Haltung verbreitet.

In den USA werden vor allem die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna eingesetzt, jener von Johnson & Johnson spielt eine geringere Rolle. Die Regierung hat sich reichlich Impfstoff gesichert und bereits damit begonnen, Millionen Dosen an andere Länder abzugeben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juli 2021 um 08:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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DeHahn 05.07.2021 • 10:47 Uhr

Protestbürger auf dem Vormarsch

Egal, was eine Regierung macht, es gibt immer Protest: a) Fehlen Impfstoffe, gibt´s Proteste. b) Sollen alle geimpft werden, gibt´s Proteste. . Grundsätzlich ist JEDE GEGEBENHEIT ein Angriff auf die "Bürger", wobei man bedenken sollte, dass das Wort Bürger vom Wort "Burg" abstammt. . "My home is my castle!" lautet der passende Spruch dazu. Und wie die Ritter bei einem Angriff, so klappen die Bürger bei jeder Gelegenheit ihre Zugbrücke hoch zu "splendid isolation" bzw. zu "Was für mich gut ist, weiß ich selbst noch am besten!".