Leeres Stühle auf der Klimakonferenz in Madrid | Bildquelle: AFP

Klimakonferenz Warten auf Madrid

Stand: 14.12.2019 07:44 Uhr

Eigentlich sollte die Klimakonferenz in Madrid schon gestern zu Ende gehen, doch auch heute ringen die Delegierten noch um strittige Punkte. Klimaschützer sind enttäuscht - vor allem von Industriestaaten.

Von Werner Eckert, SWR

Auch am Morgen ist die Klimakonferenz weiter auf der Suche nach Ergebnissen. Von einem Notfall-Gipfel hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres gesprochen, von der Dringlichkeit, schnell zu handeln. Doch die Klimakonferenz bewegt sich nur langsam.

Frans Timmermans, der EU-Klimabeauftragte, kann immerhin auf den Ratsbeschluss der Gemeinschaft verweisen. Sie wird als bislang einziger Industrieblock mehr für den Klimaschutz tun. Er will jetzt auf den letzten Metern in Madrid verhindern, dass die eigenen Anstrengungen durch schwache Beschlüsse in Madrid konterkariert werden. "Natürlich suchen wir nach einem Kompromiss, nach einem ausgewogenen Ergebnis, das die Interessen aller wahrt", sagt er. "Aber auf keinen Fall, niemals, akzeptieren wir einen Kompromiss, der die Umwelt gefährdet."

Klimakonferenz: Delegierte ringen um Abschlusserklärung
tagesschau24 11:00 Uhr, 14.12.2019, Stefan Schaaf, ARD Madrid

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Besonders umstritten: Artikel sechs

Besonders ein schwaches Regelwerk für den internationalen Handel von Klimaschutzgutschriften wäre da eine Gefahr. Doppelzählungen und Gutschriften aus vergangenen Jahren könnten echten Klimaschutz in der Zukunft verhindern. Das Thema wird unter dem Stichwort Carbon Markets im Artikel sechs des Paris-Abkommens behandelt.

Jennifer Morgen, die Chefin von Greenpeace, hält flaue Kompromisse hier für das schlechteste denkbare Ergebnis: "Ich glaube, dass es besser wäre, keinen Artikel sechs für die Carbon Markets zu haben, als etwas mit so vielen Schlupflöchern." Im Entwurf für die politische Abschlusserklärung sieht sie ein wenig Licht und viel Schatten. "Es gibt ein paar Zeichen, die gut sind, die zeigen, dass die Staaten den Wissenschaftlern ein bisschen zugehört haben. Sie haben auch den Protest der Jugendlichen anerkannt. Aber die Frage, ob die Länder nächstes Jahr ihre Ambition erhöhen oder nicht, ist völlig unklar im Moment."

Kampf um Geld für Klimaschäden

Schon im Paris-Abkommen von 2015 werden die Staaten aufgefordert, alle fünf Jahre - erstmals 2020 - zusätzliche Zusagen zum Klimaschutz zu machen. Damit will die Staatengemeinschaft dem gemeinsamen Ziel näherkommen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Doch bislang hat das mit Ausnahme der EU noch niemand angekündigt.

Die Entwicklungsländer kämpfen nach wie vor um Geld für Schäden und Verluste, die sie durch die Folgen des Klimawandels - Stürme, Fluten und Dürren - erleiden. Eine eigene Kasse dafür wird es nicht geben, aber sie wollen Garantien, dass die bestehenden Töpfe aufgestockt werden.

Hier könne nicht mehr viel Gutes entstehen, sagt Vanessa Pérez-Cirera vom WWF schon vor dem Abschluss. Sie kritisiert die gesamte Konferenz heftig: "Staaten mit hohen Emissionen sind hier nicht nur mit leeren Händen erschienen - sie verhindern auch noch Fortschritte. Sie werden nach Hause gehen und eine verärgerte und enttäuschte Jugend hinterlassen."

Klimakonferenz geht in die Verlängerung
Werner Eckert, SWR
14.12.2019 08:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Dezember 2019 um 07:16 Uhr.

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