Umweltministerin Svenja Schulze beim Klimagipfel in Kattowitz | Bildquelle: dpa

UN-Klimakonferenz Es ist noch nicht genug

Stand: 14.12.2018 21:59 Uhr

Die Teilnehmer des UN-Klimagipfels hoffen immer noch auf eine Einigung. Umweltministerin Schulze, die für Deutschland verhandelt, sieht eine gute Grundlage, erwartet aber noch eine lange Nacht - mit offenem Ergebnis.

Die ursprünglich bis Freitag angesetzten Verhandlungen beim Weltklimagipfel im polnischen Kattowitz werden voraussichtlich bis mindestens morgen fortgesetzt. Was bisher auf dem Tisch liege, sei "eine gute Grundlage", reiche aber nicht, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die für Deutschland verhandelt.

"Das wird eine lange Nacht. Wir werden jetzt noch sehr, sehr lange verhandeln", befürchtete Schulze. Sie forderte, dass der Klimagipfel ein "starkes Regelwerk" verabschieden soll. "Die Welt soll wissen, dass wir nicht aufhören werden, uns für mehr Ambitionen einzusetzen". Auch Polens Umweltminister Henryk Kolwaczyk ging davon aus, dass die Beratungen andauern würden. "Wir sind darauf vorbereitet", sagte er polnischen Medien.

"Wenn wir das nicht hinkriegen, sterben wir"

Die "Koalition der Ehrgeizigen" - eine Ländergruppe um die EU und besonders bedrohte Inselstaaten - mahnte weitreichende Beschlüsse an, um die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens umzusetzen. "Wenn wir hier kein angemessenes Ergebnis erzielen, wird das Paris-Abkommen überflüssig", sagte der Verhandlungsführer der Malediven, Ex-Präsident Mohamed Nasheed. "Wenn wir das nicht hinkriegen, sterben wir."

UN-Klimakonferenz kann sich bisher nicht auf Abschlusserklärung einigen
tagesschau24 17:00 Uhr, 14.12.2018, Jan Koch, WDR

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Beim Gipfel konnten sich die knapp 200 teilnehmenden Staaten auch nach knapp zwei Wochen nicht auf ein Regelwerk zur Umsetzung der Beschlüsse der Pariser Klimakonferenz 2015 einigen. Damals war beschlossen worden, die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius, möglichst sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die bisher weltweit zugesagten Maßnahmen zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase reichen dazu aber bei Weitem nicht aus.

Verhandelt wird in Kattowitz zudem über finanzielle Unterstützung für Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen in armen Staaten. Die Entwicklungsländer verlangen möglichst langfristige und verlässliche Zusagen der reichen Staaten.

Chile statt Brasilien

Inzwischen wurde bekannt, dass Chile Gastgeber der UN-Klimakonferenz 2019 sein wird. Eigentlich war Brasilien als Gastgeber vorgesehen, dort kommt im Januar allerdings eine Regierung ins Amt, die einem vom Menschen verursachten Klimawandel skeptisch gegenübersteht.

Im Januar tritt der Sieger der brasilianischen Präsidentschaftswahl, der rechtsradikale Ex-Offizier Jair Bolsonaro, sein Amt an der Staatsspitze an. Der auch "brasilianischer Trump" genannte Politiker hatte bereits angedeutet, dass er ähnlich wie der US-Präsident das Pariser Klimaabkommen aufkündigen könnte. 

Zudem will Bolsonaro die Beschränkungen für eine Abholzung des Regenwaldes aufheben. Sein designierter Außenminister Ernesto Araújo tat in einem Zeitungsbeitrag die Warnungen der Wissenschaftler vor dem Klimawandel als "Panikmache" ab. 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Dezember 2018 um 20:00 Uhr.

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