Fahnder untersuchen einen Kokainfund

UN-Bericht Mehr Drogenkonsum in der Pandemie

Stand: 24.06.2021 13:23 Uhr

Während der Corona-Pandemie hat der weltweite Drogenkonsum weiter zugenommen. Laut einem UN-Bericht konsumierten im vergangenen Jahr 275 Millionen Menschen Drogen. Besonders der Handel mit Kokain floriert - auch in Europa.

Die Corona-Krise treibt laut einem UN-Bericht mehr Menschen zum Drogenmissbrauch. Durch die Pandemie verstärkte Faktoren für Drogensucht wie Ungleichheit, Armut und psychische Probleme würden die Lage voraussichtlich "auf Jahre hinaus" verschlimmern, warnt das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in seinem Weltdrogenbericht 2021.

In der Corona-Krise habe der Missbrauch von Medikamenten als Droge zugenommen, heißt es in dem UN-Bericht. Das UNODC hält fest, "dass die Drogenmärkte ihre Aktivitäten nach der anfänglichen Unterbrechung zu Beginn der Pandemie schnell wieder aufgenommen haben". Demzufolge konsumierten im vergangenen Jahr weltweit rund 275 Millionen Menschen Drogen, 2018 waren es noch 269 Millionen.

Zudem hätten die meisten UN-Staaten eine Zunahme des Cannabis-Konsums registriert. Die durchaus existierenden Risiken dieser Droge würden ohnehin zunehmend geringer eingeschätzt. Bei Drogen, die "typischerweise in sozialen Kontexten" konsumiert würden, wie etwa Kokain, habe der Konsum hingegen abgenommen.

Schmuggel illegaler Drogen hat zugenommen

Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie drohe zudem der illegale Anbau der Heroin- und Kokainrohstoffe Schlafmohn und Koka zuzunehmen. Afghanistan, aus dem mehr als 80 Prozent der weltweiten Schlafmohn-Produktion stammen, meldete demnach, dass die für den illegalen Anbau des Drogenrohstoffs genutzten Fläche 2020 um 37 Prozent gewachsen sei.

Obwohl der internationale Flugverkehr durch die Pandemie weitgehend lahmgelegt wurde, habe der internationale Schmuggel illegaler Drogen weiter zugenommen. Vor der Pandemie hatte die weltweite Kokain-Produktion bereits deutlich zugenommen: Zwischen 2014 und 2019 verdoppelte sie sich und erreichte einen neuen Höchststand von schätzungsweise 1784 Tonnen. Die Vertriebswege für die Kokain-Lieferungen nach Europa wurden laut dem UNODC-Bericht weiter ausgebaut. Das habe zu einer Verbilligung der Droge geführt.

Stärkerer Wettbewerb im Kokainhandel

Mittlerweile seien vermehrt kleinere Banden, darunter einige aus dem Balkan, am Kokain-Handel in Europa beteiligt. Dies habe zu "verstärktem Wettbewerb und verstärkter Effizienz" geführt, heißt es in den Bericht. Durch die veränderten Handelsrouten und den steigenden Wettbewerb kommt nicht nur mehr, sondern auch reineres Kokain nach Europa. Der Reinheitsgrad der Droge ist laut UNODC im vergangenen Jahrzehnt um 40 Prozent gestiegen.

Für den Weltdrogenbericht trägt das UNODC eigene Informationen, Behördenangaben der UN-Mitgliedstaaten, öffentlich zugängliche Analysen sowie Medienberichte zusammen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Mai 2021 um 16:31 Uhr.