Abgestorbene Bäume an dem in weiten Teilen trockenen Speichersee Theewaterskloof in Südafrika | Bildquelle: dpa

Globale Studie Die Welt hat Angst vor dem Klimawandel

Stand: 11.02.2019 09:51 Uhr

Eine neue Studie zeigt das zunehmende globale Bewusstsein um den Klimawandel als Sicherheits- und Wohlstandsrisiko. Auch Cyber-Attacken, Terror und Trump bereiten den Menschen Sorgen.

Weltweit sieht eine Mehrheit der Menschen den Klimawandel als die größte Bedrohung für Sicherheit und globalen Wohlstand. Dies ergab eine nun veröffentlichte Umfrage des unabhängigen, überparteilichen Pew Research Centers in Washington, das im vergangenen Frühjahr mehr als 27.000 Menschen in 26 Ländern befragt hatte. Neben dem Klimawandel, der in der Hälfte der Länder als größte Bedrohung benannt wurde, machen sich Menschen weltweit zudem Sorgen wegen islamistischer Terrorgruppen - darunter der sogenannten IS - sowie zunehmend auch wegen Cyber-Attacken und wegen des Einflusses der USA.

Zwei Drittel aller Befragten weltweit benannten den Klimawandel 2018 als primäre Bedrohung. Vor fünf Jahren erhielt diese Sicht noch 56 Prozent Zustimmung. In Deutschland stimmten sogar fast drei Viertel der Befragten zu. Auch anderswo wächst das Bewusstsein: So beunruhigen die Klimatrends zum Beispiel heute 30 Prozent mehr Franzosen als noch 2013. Selbst in den Vereinigten Staaten, deren Präsident Donald Trump der global wohl prominenteste Zweifler am Stand der Klimaforschung ist, sehen 59 Prozent aller Befragten im sich verändernden Klima eine "große" Gefahr.

Zunehmende Politisierung der Klimafrage

Wie groß die Gefahr des Klimawandels tatsächlich ist, basiert laut der Pew Studie nicht nur auf dem Bildungsstand, sondern ist vor allem auch eine Frage der politischen Überzeugung. So sind zum Beispiel beinahe neun von zehn (87 Prozent) der liberalen Amerikaner primär um das Klima besorgt, während es im Lager von Trumps Konservativen nur 31 Prozent sind.

Dieser Trend spiegelt sich auch in Europa wieder. In Deutschland etwa ist das Bewusstsein um die Gefahr des Klimawandels unter Anhängern der rechtspopulistischen AfD 28 Prozentpunkte geringer als der nationale Durchschnitt. Ähnlich seien die Werte zum Beispiel unter Front National-Wählern in Frankreich oder britischen UKIP-Getreuen, so die Meinungsforscher. Gleichzeitig wird in diesen konservativen Beölkerungsgruppen der islamistische Terrorismus als bei weitem größte Bedrohung wahrgenommen.

Die Angst vor dem Terror ist laut der Studie auch eine Generationenfrage. So haben zum Beispiel 78 Prozent aller Deutschen über 50 Jahre Angst vor einem Anschlag. Unter den 18 bis 29-Jährigen liegt dieser Wert bei nur 42 Prozent.

Amerika unter Trump immer mehr als Bedrohung wahrgenommen

Neben der wachsenden öffentlichen Wahrnehmung des Problems Klimawandel fanden die Pew-Forscher zudem eine global zunehmend ablehnende Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten unter Präsident Trump. Nirgendwo wuchs die Zahl der Bürger, die die USA als weltweite Bedrohung einstufen, dramatischer als in Deutschland, so die Meinungsforscher. 2013 waren es noch nur 19 Prozent der Deutschen, die Amerika unter Präsident Obama als Sicherheitsrisiko sahen. Heute sind es 49 Prozent, also fast die Hälfte aller Deutschen, die sich von US-Präsident Trump bedroht fühlen. Auch in den meisten anderen europäischen Ländern werden die USA inzwischen als größere Bedrohung wahrgenommen als Russland unter Wladimir Putin.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Februar 2019 um 20:30 Uhr.

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