Illustration New Horizons | Bildquelle: AP

"New Horizons" bei "Ultima Thule" Ein Rendezvous am Rande des Sonnensystems

Stand: 01.01.2019 17:19 Uhr

"Ultima Thule" ist 6,4 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Heute ist die NASA-Sonde "New Horizons" mit ihren Kameras vorbeigeflogen. Nun warten Forscher auf die Übermittlung der Daten.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

"Ultima Thule" ist bislang noch ein Rätsel: Ein Objekt in den Tiefen unseres Sonnensystems, vielleicht gut 30 Kilometer im Durchmesser. Die NASA-Sonde "New Horizons" hat "Ultima Thule" jetzt detailliert unter die Lupe genommen.

Chefwissenschaftler Alan Stern erklärte zuvor: "Wir schreiben Geschichte: Das ist das entfernteste Objekt, das jemals untersucht wurde. Wegen der kalten Temperaturen ist es auch das urtümlichste Objekt, und darum vielleicht die beste Zeitkapsel, die wir je hatten, um die Geburt unseres Sonnensystems und der dazugehörigen Planeten zu verstehen."

Alan Stern | Bildquelle: AFP
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"Die beste Zeitkapsel, die wir je hatten", schwärmt Wissenschaftler Stern von "Ultima Thule".

Anderthalb Milliarden Kilometer entfernt von Pluto

Das Objekt ist mehr als 6,4 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Es befindet sich im so genannten Kuipergürtel. Das ist ein Ring aus gefrorenem Material, das um die Sonne kreist, weiter entfernt als alle Planeten. Die Sonde "New Horizons" untersuchte 2015 den Zwergplaneten Pluto, der sich am Anfang des Kuipergürtel befindet. "Ultima Thule" befindet sich mitten drin, eineinhalb Milliarden Kilometer von Pluto entfernt.

Die Planetenforscherin Cathy Olkin erklärte, es gebe noch nicht viele Details, aber das werde sich in den kommenden Tagen ändern.

Die Forscher wissen erst seit 2014 von "Ultima Thule". Es war vom Weltraum-Teleskop "Hubble" gefunden worden - auf der Suche nach einem Objekt, dass mit "New Horizons" untersucht werden könnte. Die Forscher können bislang noch nicht einmal mit Gewissheit sagen, ob es ein Objekt ist, oder nicht vielleicht doch zwei, die eng umeinander kreisen. Auch die genaue Farbe ist bislang noch ein Rätsel, sagte Olkin: "Die Farbe ist wichtig, weil sie uns sagt, woraus die Oberfläche besteht."

Rekord-Rendezvous im Weltall
tagesthemen 23:15 Uhr, 01.01.2019, Verena Bünten, ARD Washington

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Sieben Instrumente im Gepäck

Die Sonde "New Horizons" hat nicht nur Fotos gemacht - insgesamt ist sie mit sieben Instrumenten ausgestattet. Sie können die Atmosphäre untersuchen, Temperaturen oder Strahlung messen. Allerdings waren die Messungen eine Herausforderung. "Ultima Thule" ist klein, "New Horizons" wird mit gut 50.000 Kilometer pro Stunde vorbei gesaust sein. Der Abstand zu "Ultima Thule" beträgt 3500 Kilometer. Team-Mitglied John Spencer erklärte vor dem Vorbeiflug der Sonde:

"Es ist dämmerig dort, wir haben ein dunkles Objekt, wir brauchen lange Belichtungszeiten. Wir haben nicht mehr so viel Strom, weil die radioaktive Stromversorgung nachlässt. Wir müssen vorsichtig sein, welches Instrument wann läuft, um das System nicht zu überlasten."

Alan Stern und Kinder feiern | Bildquelle: AP
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Die NASA feiert den Vorbeiflug an "Ultima Thule".

Seit 2006 unterwegs

"New Horizons" ist bereits seit 2006 unterwegs, ihre gestochen scharfen Bilder von Pluto waren eine Sensation.

Daten brauchen nun mehr als sechs Stunden von der Sonde zur Erde. Die ersten Daten trafen im Laufe des Tages ein. Allerdings tröpfeln sie eher: Es kann knapp zwei Jahre dauern, bis "New Horizons" alle Daten über "Ultima Thule" zur Erde gefunkt hat.

NASA-Sonde untersucht "Ultima Thule"
Jan Bösche, ARD Washington
01.01.2019 11:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Dezember 2018 um 07:11 Uhr.

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