Zwei Ukrainer liegen sich nach dem Gefangenenaustausch mit den prorussischen Separatisten in den Armen. | Bildquelle: VIA REUTERS

Gefangenenaustausch Die Ukraine hofft auf mehr

Stand: 29.12.2019 17:02 Uhr

Der Gefangenenaustausch zwischen der Ukraine und prorussischen Separatisten im Osten des Landes ist abgeschlossen. In Kiew hofft man nun auf weitere Fortschritte bei der Umsetzung des Minsker Abkommens.

Wie vereinbart haben die ukrainische Regierung und die prorussischen Separatisten in der Ostukraine Gefangene ausgetauscht. Im russischen und ukrainischen Fernsehen war zu sehen, wie Busse mit den Inhaftierten zu einer Kontrollstelle nahe der Rebellenhochburg Horliwka fuhren. Dort fielen sich Menschen in die Arme.

Der ukrainischen Seite wurden laut dem Büro von Präsident Wolodymyr Selenskyj 76 Gefangene übergeben. Medien berichteten, sie sollten nach Kiew geflogen werden. Die Rebellen der selbsternannten Republiken Donezk und Luhansk sprachen gegenüber russischen Nachrichtenagenturen von 61 bzw 63 Gefangenen, die ihnen ausgehändigt worden seien.

Gefangenenaustausch in der Ukraine
tagesthemen 23:15 Uhr, 29.12.2019, Jo Angerer, ARD Moskau

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Einige Gefangene wollten nicht zurückkehren

Donezker Vertreter berichteten der russischen Agentur Interfax, dass sich mindestens zwei Gefangene aus Angst vor einer Strafverfolgung in Kiew geweigert hätten, das Separatistengebiet zu verlassen. In anderen Berichten hieß es, mehrere Gefangene wollten nicht in die Republik Luhansk zurückkehren.

Der prominente russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow sagte der Agentur Tass, der Gefangenenaustausch wecke Hoffnung, dass "früher oder später auch alle anderen Punkte des Minsker Friedensabkommens umgesetzt werden" könnten. Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte am Samstag mit Blick auf den Austausch von einem wichtigen Tag für sein Land gesprochen.

Austausch mit Moskau im September

Der Austausch war beim Ukraine-Gipfel vor gut drei Wochen in Paris vereinbart worden. Darüber hinaus hatten sich die gegnerischen Parteien auf einen weiteren Truppenrückzug für drei Abschnitte an der über 400 Kilometer langen Front geeinigt sowie auf eine vollständige Umsetzung der Waffenruhe bis Ende des Jahres. Die Übereinkunft zwischen Selenskyjs und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin kam unter Vermittlung von Deutschland und Frankreich zustande.

Entsprechend begrüßten Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Gefangenenaustausch. Er sei "eine lang ersehnte humanitäre Geste, die dazu beitragen sollte, das Vertrauen zwischen beiden Seiten wiederherzustellen", ließ Merkel über ihre Sprecherin mitteilen. Der Schritt müsse nun von einer vollständigen und umfassenden Umsetzung des Waffenstillstands flankiert werden. Auch Russlands Präsident Putin bewertete den Austausch "positiv".

Anfang September hatte Kiew bereits mit Moskau 70 Gefangene ausgetauscht - 35 auf jeder Seite. Das war als Zeichen möglicher Fortschritte bei einer Lösung des Ukraine-Konflikts gewertet worden. Unter den Freigelassenen waren die 24 ukrainischen Matrosen, die mehrere Monate in russischer Haft gesessen hatten. Frei kam außerdem der ukrainische Regisseur Oleg Senzow.

In den ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk stehen sich ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten gegenüber. In dem Konflikt sind nach UN-Schätzung seit 2014 rund 13.000 Menschen getötet worden.

Gefangenenaustausch zwischen Ukraine und prorussischen Separatisten
Martha Wilczynski, ARD Moskau
29.12.2019 12:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Dezember 2019 um 16:55 Uhr.

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