Der ukrainische Präsident Selenskyj nahe der Frontlinie | Bildquelle: dpa

Ukraine-Konflikt Gefangenenaustausch an der Frontlinie

Stand: 29.12.2019 10:04 Uhr

Im Ukraine-Konflikt stehen die Zeichen weiter auf Entspannung: Separatisten und die Regierung in Kiew haben nach Agenturangaben damit begonnen, zahlreiche Gefangene auszutauschen.

In der umkämpften Ostukraine hat ein umfangreicher Gefangenenaustausch zwischen Separatisten und der ukrainischen Regierung begonnen. Das berichten russische Nachrichtenagenturen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Pläne, über die zuvor eine Vertreterin der selbsternannten Republik Donezk informiert hatte. Nach ihren Angaben werden die Separatisten 55 Gefangene freigeben, die Ukraine will 87 Festgenommene übergeben.

Laut russischen Medienbericht soll der Austausch nahe der Frontlinie stattfinden, die entlang der von den Separatisten kontrollierten Gebiete Donezk und Luhansk verläuft. Der Beauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE), Martin Sajdik, bestätigte die Vorbereitungen für einen Gefangenenaustausch. Es habe offenbar noch Diskussionen darüber gegeben, welche Gefangenen im Einzelnen frei kommen sollten. 

Treffen von Selenskyj und Putin

Auf diplomatischer Ebene hatte Anfang Dezember das erste Treffen von Selenskyj mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für Entspannung gesorgt. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel berieten sie über Lösungen für die Zukunft, ein Kompromiss zur Beendigung des seit fünf Jahren andauernden Kriegs gelang jedoch nicht. In vier Monaten soll ein weiteres Gipfeltreffen in diesem sogenannten Normandie-Format stattfinden.

Einen ersten großen Gefangenenaustausch in dem seit 2014 währenden Ukraine-Konflikt hatte es Anfang September gegeben. Damals tauschten die Ukraine und Russland jeweils 35 Gefangene aus. Im November gab Russland der Ukraine dann drei Marineschiffe zurück, die die russische Küstenwache ein Jahr zuvor in der Straße von Kertsch beschlagnahmt hatte.

In dem Konflikt zwischen ukrainischen Truppen und den prorussischen Rebellen wurden in den vergangenen fünf Jahren etwa 13.000 Menschen getötet. Die Regierung in Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten finanziell und durch Waffenlieferungen zu unterstützen. Moskau weist dies zurück.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. Dezember 2019 um 00:00 Uhr, 01:00 Uhr und 05:00 Uhr in den Nachrichten.

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