Ein ukrainischer Grenzbeamter kontrolliert den Fahrer eines Autos. | Bildquelle: REUTERS

Krise um Asowsches Meer Ukraine und Russland weisen Reisende ab

Stand: 01.12.2018 12:34 Uhr

Am ersten Tag eines Einreiseverbots für russische Männer hat die Ukraine nach offiziellen Angaben 100 Russen an der Grenze zurückgewiesen. Russland habe seinerseits 40 Ukrainern die Einreise verweigert.

Die Ukraine und Russland haben am ersten Tag eines Einreiseverbots Personen aus dem jeweils anderen Land abgewiesen. Nach offiziellen Angaben verweigerte die Ukraine 100 Russen an der Grenze die Einreise.

Die Gründe seien unterschiedlich, sagte ein Sprecher Grenzschutzes in Kiew. Der Zweck des Aufenthalts in der Ukraine sei unklar gewesen, oder die Reisenden hätten nur ihren russischen Inlandspass gehabt, der dem Personalausweis entspricht. Russland habe seinerseits 40 Ukrainer die Grenze nach Russland nicht passieren lassen.

Kriegsrecht in Teilen der Ukraine

Als Schutz vor einer befürchteten russischen Aggression hat die Führung in Kiew für 30 Tage über einige Landesteile das Kriegsrecht verhängt. Am Freitag wurde allen russischen Männern zwischen 16 und 60 Jahren für diese Zeit die Einreise verboten. Dies betraf auch Russen mit festem Wohnsitz in der EU.

NATO-Chef ruft zur Mäßigung auf

Der russische Menschenrechtsbeauftragte Michail Fedotow appellierte an seine ukrainische Kollegin Ljudmila Denissowa, sich für eine Aufhebung der Beschränkungen einzusetzen.

Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine beide Seiten zur Mäßigung auf: "Was jetzt wichtig ist, ist, dass alle Parteien mit Zurückhaltung agieren und daran arbeiten, die Situation zu entschärfen", sagte er der "Welt am Sonntag". 

"Keine Rechtfertigung für Einsatz miltiärischer Gewalt"

Stoltenberg forderte Moskau auf, "einen ungehinderten Zugang zu ukrainischen Häfen und freien Seeverkehr für die Ukraine im Asowschen Meer und der Meerenge von Kertsch sicherzustellen". Es gebe keine Rechtfertigung für den Einsatz militärischer Gewalt gegen ukrainische Schiffe und Seeleute. Der Zwischenfall rufe den Krieg in der Ukraine in Erinnerung, den Russland mit der illegalen Annexion der Krim begonnen habe, sagte Stoltenberg.

Die russische Küstenwache hatte am Sonntag in der Meerenge vor der Halbinsel Krim drei ukrainische Marineschiffe beschossen und aufgebracht. Mehrere ukrainische Marinesoldaten wurden dabei verletzt. Insgesamt 24 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und von einem Gericht auf der Krim zu zweimonatiger Untersuchungshaft verurteilt.

Die Soldaten wurden inzwischen nach Moskau überstellt. Russland und die Ukraine schieben sich gegenseitig die Schuld für die jüngste Konfrontation zu. NATO-Chef Stoltenberg forderte von Russland die "unverzügliche" Freilassung der Seeleute und die Freigabe der beschlagnahmten Schiffe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Dezember 2018 um 12:00 Uhr.

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