Ein durch Beschuss schwer beschädigtes Haus in der ukrainischen Stadt Charkiw. | dpa

Ukraine-Krieg Tote und Verletzte bei Beschuss

Stand: 10.04.2022 07:04 Uhr

Durch Beschuss sind in der Region Donezk ukrainischen Angaben zufolge mindestens fünf Zivilisten getötet und fünf weitere verletzt worden. Auch im nordöstlichen Gebiet Charkiw habe die russische Artillerie demnach Siedlungen beschossen.

Bei russischen Angriffen in der Region Donezk sind nach ukrainischen Angaben mindestens fünf Zivilisten getötet und fünf weitere verletzt worden. Die örtliche Militärverwaltung machte Russland für die Opfer verantwortlich.

Auch im nordöstlichen Gebiet Charkiw habe die russische Artillerie gestern Siedlungen beschossen, teilten ukrainische Behörden mit. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet und ein Mensch verletzt worden. Viele Häuser seien zerstört. In der Region Mykolajiw im Süden habe das ukrainische Militär sieben Raketenangriffe der russischen Armee gezählt, hieß es. Dabei sei niemand getötet worden.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Ukrainische Kräfte hätten ihrerseits bei drei Angriffen auf russische Truppen gestern unter anderem 80 Soldaten getötet sowie drei Panzer und je ein Flugzeug und einen Hubschrauber zerstört. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Weitere Evakuierungen geplant

Dem Präsidialamt in Kiew zufolge konnten gestern mehr als 4500 Zivilisten aus den Regionen Donezk, Luhansk und Saporischschja flüchten. Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk warf Russland vor, trotz einer Vereinbarung Busse für Flüchtende auf bestimmten Routen nicht passieren zu lassen. "Die Busse sind nach Saporischschja zurückgekehrt und werden am Sonntag erneut versuchen, die Städte zu erreichen, um unsere Bürger zu evakuieren", sagte Wereschtschuk.

Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, die Evakuierung von Ortschaften zu sabotieren.

Fokus der Kampfhandlungen auf Osten der Ukraine

Moskau hatte zuletzt erklärt, die Kampfhandlungen auf den Osten der Ukraine zu konzentrieren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von Vorbereitungen "für einen wichtigen - einige sagen: den entscheidenden - Kampf im Osten unseres Staates." Er bestätigte russische Truppenkonzentrationen in der Region. "Eine große Zahl an Truppen, Technik und Waffen. Bewaffnete Menschen, die noch einen weiteren Teil unseres Landes besetzen wollen", sagte Selenskyj. Das werde eine schwere Schlacht.

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. | ISW/08.04.2022

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert. Bild: ISW/08.04.2022

Auch das US-Verteidigungsministerium beobachtet nach eigenen Angaben, dass sich die russischen Streitkräfte bemühten, ihre Einheiten mit neuem Material und Soldaten wieder aufzubauen. Pentagon-Sprecher John Kirby erwähnte Berichte, wonach die Einheiten durch das Mobilisieren "Zehntausender Reservisten" verstärkt werden sollten. Nach Angaben eines führenden Vertreters des Pentagon hat Russland bereits Tausende zusätzliche Soldaten nahe der Grenze zur ukrainischen Stadt Charkiw zusammengezogen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 09. April 2022 um 23:15 Uhr.