Ein ukrainischer Grenzbeamter steht am Grenzübergang zu Russland | Bildquelle: REUTERS

Kriegsrecht in der Ukraine Einreiseverbot für Russen von 16 bis 60

Stand: 30.11.2018 10:22 Uhr

Die Ukraine hat für russische Männer zwischen 16 und 60 Jahren einen Einreisestopp erlassen. Damit reagierte Kiew auf die Vorfälle im Asowschen Meer. Die dort von Russland festgesetzten ukrainischen Matrosen wurden nun nach Moskau gebracht.

Russische Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren dürfen nicht mehr in die Ukraine einreisen. Das teilte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko mit. Damit solle verhindert werden, dass Russen auf ukrainischem Boden kämpfende "Privatarmeen" bilden, twitterte Poroschenko.

Der Staatschef erhöhte damit die Spannungen zwischen Kiew und Moskau seit dem Marinezwischenfall in der Meerenge von Kertsch am vergangenen Sonntag. Die russische Küstenwache hatte Boote der ukrainischen Marine gewaltsam an der Durchfahrt gehindert. Drei Boote samt 24 Besatzungsmitgliedern wurden festgesetzt.

Matrosen droht bis zu sechs Jahre Haft

Die ukrainischen Matrosen wurden inzwischen in ein Gefängnis nach Moskau verlegt. Das sagte die Krim-Ombudsfrau Ljudmila Lubina russischen Medienberichten zufolge. Keiner von ihnen halte sich mehr in der Haftanstalt von Simferopol auf der Halbinsel Krim auf.

Gegen die 24 Matrosen war in den vergangenen Tagen Untersuchungshaft angeordnet worden. Ihnen wird illegaler Grenzübertritt vorgeworfen. Bei einem Prozess in Russland drohen ihnen bis zu sechs Jahre Haft. Unter ihnen befinden sich laut Ukraine auch Geheimdienstoffiziere des Landes.

Petro Poroschenko | Bildquelle: dpa
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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagt, sein Land müsse sich für die Abwehr einer möglichen russischen "Invasion" rüsten.

Kriegsrecht über einige Landesteile

Die Ukraine sieht sich seit der russischen Annektion der Halbinsel Krim 2014 im Krieg mit dem Nachbarland. Nach der Kaperung der Marineschiffe im angrenzenden Asowschen Meer hatte die Ukraine für 30 Tage das Kriegsrecht über einige Landesteile verhängt. Poroschenko hatte zur Begründung erklärt, sein Land müsse sich für die Abwehr einer möglichen russischen "Invasion" rüsten.

Russland warnte daraufhin, die Verhängung des Kriegsrechts könnte zu einer Eskalation der Spannungen im Donbass im Südosten der Ukraine führen - der zweiten Konfliktregion in der Ukraine. Dort kommt es trotz der Friedensvereinbarung von Minsk immer noch zu Zwischenfällen zwischen der ukrainischen Armee und den von Moskau unterstützten pro-russischen Separatisten.

Russische Männer dürfen nicht mehr in die Ukraine
Hermann Krause, ARD Moskau
30.11.2018 12:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. November 2018 um 10:00 Uhr.

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