Nationalistische Demonstranten in Kiew | Bildquelle: AFP

Ukraine Tausende protestieren gegen Truppenabzug

Stand: 14.10.2019 21:35 Uhr

In Kiew haben Tausende vor allem nationalistische Demonstranten gegen die Verhandlungsbemühungen des Präsidenten protestiert. Sie wollen einen Truppenabzug und mehr Autonomie für die östlichen Landesteile verhindern.

In der Ukraine haben Tausende gegen einen möglichen Abzug ukrainischer Truppen aus dem von prorussischen Rebellen gehaltenen Regionen im Osten des Landes protestiert. Die Demonstranten marschierten mit Fackeln durch die Hauptstadt Kiew, sangen die Nationalhymne und riefen gegen Präsident Wolodymyr Selenskyj gerichtete Parolen.

Mehrere Demonstrationen

Es war bereits die zweite Demonstration an dem Tag. Zuvor hatten nach Polizeiangaben bereits rund 6000 Menschen gegen einen geplanten Sonderstatus der Ostukraine und mehr Autonomierechte für die Regionen protestiert. Sie folgten Aufrufen nationalistischer Parteien und riefen Parolen wie "Nein zur Kapitulation" und "Die Ukraine über alles". Auch in anderen Städten gab es Proteste.

Der 14. Oktober wird in der Ukraine als "Tag des Verteidigers" gefeiert. An dem Feiertag gehen traditionell nationalistische Kräfte auf die Straße, unter ihnen viele Veteranen des Ostukraine-Konflikts sowie Anhänger der rechtsextremen Swoboda-Partei.

Nationalistische Demonstranten in Kiew | Bildquelle: SERGEY DOLZHENKO/EPA-EFE/REX
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Unter den Demonstranten waren auch zahlreiche Nationalisten und rechte Parteien vertreten.

Selenskyj will verhandeln

Selenskyj will unter Vermittlung westlicher Staaten wieder Gespräche mit Russland zur Lösung des Ukraine-Konflikts aufnehmen. Demnach soll ein zeitweiliger Sonderstatus für die Separatistenregion Donbass bereits ab dem Tag gelten, an dem demokratische Wahlen abgehalten werden. Nach der internationalen Anerkennung soll dieser Sonderstatus dauerhaft gelten. Wahlen sind Teil eines 2015 ausgehandelten Friedensplans.

Die Bemühungen sind jedoch ins Stocken geraten, da die Regierungstruppen und die Rebellen ihre Kämpfer bisher nicht von der Frontlinie zurückgezogen haben.

In dem Konflikt zwischen ukrainischen Streitkräften und prorussischen Rebellen in der Ostukraine wurden seit 2014 fast 13.000 Menschen getötet. Der Westen wirft Russland vor, die Rebellen zu unterstützen und die Ukraine zu destabilisieren. Moskau bestreitet dies.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Oktober 2019 um 22:00 Uhr in den Nachrichten.

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