Der ukrainische Präsident Selenskij | via REUTERS

Krieg in der Ukraine Selenskyj will Flugverbotszone

Stand: 01.03.2022 07:38 Uhr

Der ukrainische Präsident Selenskyj will zum Schutz seines Landes vor russischen Luftangriffen eine Flugverbotszone über der Ukraine - die wird es aber kaum geben. Unterdessen bringen die weltweiten Luftraumsperrungen Probleme für die Fluglinien.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Videoansprache am Montagabend eine Flugverbotszone für russische Helikopter, Flugzeuge und Raketen über der Ukraine gefordert, um russische Luftangriffe zu verhindern. Er warf Russland vor, am Montag ukrainisches Territorium "bombardiert und beschossen" zu haben, um Kiew während der Gespräche über einen Waffenstillstand "unter Druck zu setzen".

US-Präsident lehnt ab

Eine Sprecherin von US-Präsident Joe Biden wies die Einrichtung einer "No-Fly-Zone" zurück. "Sie würde die Entsendung von US-Militär erfordern, um sie durchzusetzen, was einen direkten Konflikt, einen potenziell direkten Konflikt und einen potenziellen Krieg mit Russland bedeuten würde, an dem wir uns nicht beteiligen wollen", sagte sie.

Selenskyj auch für weltweites Landeverbot für russische Flugzeuge

Selenskyj forderte darüber hinaus eine weltweite Sperrung von Flughäfen und Häfen für russische Flugzeuge und Schiffe: "Wir müssen diesem Staat den Zugang zu allen Häfen, allen Kanälen und allen Flughäfen der Welt verwehren."

Zahlreiche Länder, vor allem aus der EU sowie Kanada und Großbritannien, haben ihren Luftraum bereits für russische Flugzeuge gesperrt. Russland reagierte seinerseits mit einem Flugverbot für Flugzeuge aus 36 Staaten, die nun nicht mehr in Russland landen oder das Land überfliegen dürfen. Darunter sind die gesamte EU, Kanada und Großbritannien.

Lufthansa sagt Flüge ab

Die weiträumigen Sperrungen haben natürlich Folgen für die Airlines. Allein die Lufthansa sagte für diese Woche 30 Passagierflüge nach Russland ab. Flüge aus Europa nach Asien müssen weit südlichere Routen einschlagen, weil sie nicht mehr durch den russischen Luftraum fliegen können. Zum Teil könnten auch Zwischenlandungen zum Tanken oder Crew-Wechsel nötig sein.