Drei ukrainische Schiffe liegen im Hafen von Kertsch, nachdem sie von der russischen Marine gekapert und samt Besatzung dorthin geschleppt wurden. | Bildquelle: AP

Russland lehnt Freilassung ab Ukrainische Matrosen bleiben inhaftiert

Stand: 29.12.2018 13:13 Uhr

Russland verweigert die Freilassung inhaftierter ukrainischer Matrosen. Eine entsprechende Forderung Deutschlands und Frankreich sei inakzeptabel. Aus der Ukraine werden bereits Verstöße gegen die jüngste Waffenruhe gemeldet.

Seit Ende November sind 24 ukrainische Matrosen in Russland inhaftiert. Das Außenministerium in Moskau hat die Freilassung der Männer erneut abgelehnt. Dies hatten Deutschland und Frankreich gemeinsam gefordert. Das Ministerium bezeichnete dies als inakzeptabel und betonte, man halte sich an russisches Recht.

Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten sich gestern erneut in den Ukraine-Konflikt eingeschaltet. In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie, die Menschenrechtslage auf der von Russland annektierten Krim und die Anwendung militärischer Gewalt durch Russland in der Straße von Kertsch seien sehr beunruhigend. Merkel sprach telefonisch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Ukraine und den Krieg in Syrien.

Seit Ende November inhaftiert

Russische Kriegsschiffe hatten Ende November drei ukrainische Marineschiffe nahe der Straße von Kertsch aufgebracht und beschlagnahmt. Die russischen Schiffe schossen dabei scharf, mehrere Ukrainer wurden verletzt. Die Besatzungen wurden inhaftiert.

Das Asowsche Meer bietet Schiffen den Zugang zu den ukrainischen Industriehäfen wie Mariupol und Berdjansk. Dazu müssen Schiffe zunächst durch die Meerenge von Kertsch fahren, die zwischen der annektierten Halbinsel Krim und dem russischen Festland liegt. Seit Russland eine Brücke zwischen dem Festland und der Krim eröffnet hat, gibt es immer wieder Probleme. Die Brücke ist die einzige russische Landverbindung auf die Halbinsel.

Feuerpause offenbar instabil

Merkel begrüßte den Waffenstillstand im Südosten der Ukraine, der seit Mitternacht gilt. Die Feuerpause zwischen ukrainischen Einheiten und pro-russischen Separatisten sollte nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) unbefristet gelten.

Allerdings warfen sich die Konfliktparteien bereits wenige Stunden nach Beginn gegenseitig den Bruch vor: Nach Angaben der Separatisten setzte die ukrainische Armee im Raum Donezk Schusswaffen ein. Agenturen in Kiew meldeten, dass die Separatisten mit Granatwerfern auf Stellungen der Armee geschossen hätten. Bei dem Angriff habe es keine Verletzten gegeben. Eine Einschätzung der OSZE zur Einhaltung liegt noch nicht vor.

Immer wieder werden Waffenruhen vereinbart - zum Beispiel anlässlich des Schulbeginns, der Erntezeit oder religiösen Festen. Meist wurden sie innerhalb kurzer Zeit gebrochen. Bei Kämpfen in der Ostukraine sind nach UN-Schätzungen seit 2015 mehr als 10.000 Menschen getötet worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Dezember 2018 um 11:00 Uhr.

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