Emmanuel Macron und Joe Biden | AP

Biden und Macron "Laufende Koordinierung" im Ukraine-Konflikt

Stand: 03.02.2022 04:14 Uhr

US-Präsident Biden und sein französischer Amtskollege Macron haben eine enge Abstimmung bei der Bewältigung der Ukraine-Krise vereinbart. Das betreffe sowohl die Diplomatie als auch mögliche Sanktionen gegen Russland.

US-Präsident Joe Biden und sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron wollen sich im Ukraine-Konflikt eng abstimmen und in Kontakt bleiben, um ein "umfassendes Konzept zur Bewältigung der Probleme" zu beraten.

Nach einem Telefonat der Staatsführer erklärte das Weiße Haus, die beiden hätten eine "laufende Koordinierung" vereinbart, sowohl was die Diplomatie anbelangt, als auch "Vorbereitungen, Russland rasche und schwere wirtschaftliche Kosten aufzuerlegen, sollte es weiter in die Ukraine eindringen". Beide Staatsmänner bekräftigten "ihre Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine".

Macron will mit Putin sprechen

Macron hatte in den vergangenen Tagen zwei Mal mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert. Wie es aus dem Élyséepalast hieß, wurde der 45-minütige Austausch auch im Hinblick auf weitere für heute geplante Telefonate von Macron mit Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geführt. Macron hatte auch eine Reise nach Moskau zu Putin im Bemühen um eine Lösung der Krise nicht ausgeschlossen. In Kiew wird zudem heute der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erwartet. Auch er will mit Selenskyj über die Ukraine-Krise reden.

Russland hat in den vergangenen Wochen nach westlichen Angaben mehr als 100.000 Soldaten samt schwerem Gerät an der ukrainischen Grenze zusammengezogen. Der Westen befürchtet deshalb einen russischen Angriff auf das Nachbarland. Russland weist die Vorwürfe zurück und gibt zugleich an, sich von der NATO bedroht zu fühlen.

USA schicken Soldaten

Angesichts der Spannungen kündigte das Pentagon an, in den kommenden Tagen 2000 Soldaten aus den USA nach Deutschland und Polen zu verlegen. 1000 bereits in Deutschland stationierte Infanteristen werden demnach nach Rumänien entsandt. Dort sind bereits 900 US-Soldaten - und auch Frankreich werde ebenfalls Truppen dorthin verlegen, so ein US-Regierungsvertreter.

Dies alles passiere in enger Abstimmung mit Rumänien, Polen und Deutschland, erklärte Pentagonsprecher John Kirby. Er stellte aber auch klar: In der Ukraine kämpfen werden keine amerikanischen Soldaten, sondern ihr Auftrag sei einzig, die NATO-Verbündeten zu schützen.

Auch Scholz plant Gespräch mit Putin

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte baldige Gespräche mit Putin über die Ukraine-Krise an. "Ich werde jetzt in die USA fahren. Ich werde auch in Kürze in Moskau weiter sprechen über die Fragen, die da notwendig sind", sagte er im ZDF-"heute-journal". "Das ist geplant und wird auch bald stattfinden", fügte der Kanzler mit Blick auf ein Treffen mit Putin hinzu. Einen konkreten Termin nannte er allerdings nicht.

Am kommenden Montag wird der SPD-Politiker zunächst Gespräche mit US-Präsident Biden in Washington führen. Wichtig sei, eine koordinierte Politik auch mit den europäischen Partnern vorzubereiten. "Kaum eine Sache beschäftigt uns mehr", betonte Scholz.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Februar 2022 um 05:30 Uhr.