Anschläge in Belutschistan | Bildquelle: REUTERS

Anschlagsserie in Belutschistan Studentinnen im Visier von Militanten

Stand: 15.06.2013 17:28 Uhr

Anschlagsserie in Belutschistan: Zunächst wurde das Haus des Staatsgründers zerstört. Dann wurden mehrere Studentinnen Opfer eines Bombenanschlags - und anschließend überfielen Militante das Krankenhaus, in dem die Überlebenden behandelt werden.

Von Christoph Heinzle, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Jüngster Vorfall in einer Anschlagsserie: Schwer bewaffnete Militante haben ein Krankenhaus in der Hauptstadt der pakistanischen Provinz Belutschistan, Quetta, überfallen. Sicherheitskräfte versuchen, die Kontrolle über das Gebäude zurückzugewinnen. Bei dem Feuergefecht gab es Tote und Verletzte.

In der Klinik werden die Überlebenden eines weiteren Anschlags behandelt. Mehrere ferngezündete Sprengsätze waren in einem Bus mit Studentinnen einer Frauenuniversität explodiert. Dabei wurden mindestens elf Frauen getötet. Der Hintergrund der Anschläge in Quetta blieb zunächst unklar.

Anschläge in Belutschistan
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Das Haus des pakistanischen Staatsgründers wurde völlig zerstört.

Anschlag auf Haus des Staatsgründers

Begonnen hatte die Serie von Gewaltakten am frühen Morgen. Mit Panzerfäusten beschossen Angreifer ein Haus im Südwesten Pakistans, in dem Staatsgründer Jinnah 1948 die letzten Wochen vor seinem Tod verbracht hatte. Das Holzhaus brannte vollständig ab. Ein Polizist starb.

Pakistans Innenminister machte die Befreiungsarmee Belutschistan für den Anschlag verantwortlich. Sie kämpft seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat in der Südwestprovinz an der afghanischen und iranischen Grenze und für eine gerechtere Verteilung der hohen Einnahmen aus der Gasförderung und Rohstoffgewinnung in der unterentwickelten Region.

Beobachter sehen die Attentate als Rückschlag für die gerade erst angetretene neue Regierung der Provinz. Sie will sich um eine Entschärfung des blutigen Konflikts bemühen.



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