selbstfahrendes Auto von Uber | Bildquelle: dpa

Fußgängerin erfasst Tödlicher Unfall mit autonomem Uber-Auto

Stand: 19.03.2018 21:30 Uhr

Selbstfahrende Autos sollen den Verkehr sicherer machen. Doch die Technologie ist längst nicht ausgereift. Im US-Bundesstaat Arizona erfasste ein autonomes Uber-Auto nun eine Fußgängerin. Sie starb.

Das Auto war vom Fahrdienst-Vermittler Uber auf die Straße geschickt worden. Nach Angaben der Polizei war das selbststeuernde Auto in der Stadt Tempe in Arizona unterwegs gewesen und dort mit einer Fußgängerin zusammengestoßen. Die 49-Jährige erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen.  

Hinter dem Steuer des Uber-Fahrzeugs vom Typ Volvo XC90 habe sich noch eine Person befunden, der Wagen sei aber komplett im Selbstfahrmodus unterwegs gewesen, so die Polizei. Uber kooperiere mit den Ermittlern, um den genaueren Hergang zu rekonstruieren. Eine Sprecherin des chinesisch-schwedischen Unternehmens sagte, die Technik fürs autonome Fahren stamme nicht von Volvo. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA und die Unfallermittlungsstelle NTSB kündigten an, eigene Teams nach Tempe zu entsenden.

Firmenchef Dara Khosrowshahi sprach bei Twitter von "unglaublich traurigen Nachrichten".

Alle Tests gestoppt

Der Fahrdienst-Vermittler aus San Francisco teilte mit, dass alle Tests mit selbstfahrenden Autos in Nordamerika ausgesetzt würden. Medienberichten zufolge will das Unternehmen zudem seine selbstfahrenden Fahrzeuge aus den Städten Tempe, Phoenix, Pittsburgh, San Francisco und dem kanadischen Toronto abziehen.

Uber testet unter anderem in Arizona selbstfahrende Pkw und Lkw. Es ist eines von mehreren Dutzend amerikanischen Unternehmen, darunter auch Googles Tochterfirma Waymo, das fahrerloses Fahren auf freigegebenen Strecken erprobt.

Von Anfang an Probleme

Ubers Roboterwagen-Programm war von Anfang an von Problemen belastet. Gleich am ersten Test-Tag in San Francisco wurde ein Uber-Wagen dabei gefilmt, wie er über eine rote Ampel fuhr und vor gut einem Jahr klagte Waymo mit dem Vorwurf, bei Uber werde von ihr gestohlene Roboterauto-Technologie verwendet. Die Klage wurde vor kurzem beigelegt, belastete aber das Uber-Programm.

Tödlicher Unfall schon mit Tesla

Es ist nicht der erste tödliche Unfall mit einem Auto im Selbstfahr-Modus. Bereits 2016 hatte sich ein Unfall mit einem Tesla ereignet. Der Fahrer eines Tesla-Sportwagens war in Florida unterwegs gewesen und hatte den Selbstfahrer-Modus des Fahrzeugs genutzt.

Bei einer Kollision an einer Kreuzung mit einem Lastwagen war der Fahrer ums Leben gekommen. Der Mann hatte damals offenbar die Hände vom Steuer genommen, obwohl Tesla gewarnt hatte, dass deren Fahrzeuge noch nicht in der Lage seien, komplett die Steuerung des Wagens zu übernehmen.

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Fahrzeuge wie die umgebauten Uber-Autos sind dagegen dafür gedacht, ohne Beteiligung des Menschen zu fahren, auch wenn derzeit die Sicherheitsfahrer noch häufig eingreifen. Kalifornien ließ jüngst grundsätzlich auch den Betrieb von Roboterwagen mit Lenkrad und Pedale zu, die ausschließlich vom Computer oder per Funk gesteuert werden.

Befürworter von Roboterautos argumentieren, dass etwa 90 Prozent der Verkehrsunfälle auf Fehler von Menschen zurückgingen und die Technik autonomer Fahrzeuge sie künftig verhindern werde. Allerdings wird in der Branche auch davon ausgegangen, dass es Unfälle mit Todesfolge mit selbstfahrenden Autos geben werde.

Tödlicher Unfall mit selbstfahrendem Auto
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
19.03.2018 20:48 Uhr

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Mit Informationen von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. März 2018 um 22:15 Uhr.

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