Russlands Präsident Wladimir Putin mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu. | Bildquelle: REUTERS

14 Seeleute tot Viele Fragen nach Brand auf russischem U-Boot

Stand: 02.07.2019 22:50 Uhr

Bei einem Feuer in einem russischen U-Boot sind 14 Seeleute ums Leben gekommen. Doch die Armee gibt nur wenige Details zu den Hintergründen preis. Das U-Boot soll auf einer Forschungsfahrt gewesen sein.

14 Seeleute sind bei einer schweren Havarie auf einem russischen U-Boot getötet worden. Sie starben bei einem Brand während einer Forschungsfahrt in tiefen Gewässern, wie das Verteidigungsministerium russischen Agenturen zufolge mitteilte. Die Männer seien an giftigen Gasen erstickt.

Dem Verteidigungsministerium zufolge war das Tiefsee-U-Boot unterwegs, um den Meeresboden zu erforschen. Inzwischen wurde es in eine Militärbasis in der nördlich des Polarkreises gelegenen Stadt Seweromorsk gebracht. Dies legt den Schluss nahe, dass es Überlebende gibt. Wie viele Menschen sich während des Unglücks an Bord befanden, blieb zunächst unklar. Der Vorfall habe sich bereits am Montag ereignet.

Die Marinebasis von Seweromorsk | Bildquelle: STR/EPA-EFE/REX
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Die Marinebasis von Seweromorsk

Zweifel an der Version des Ministeriums

Nach Angaben einer Sprecherin des Verteidigungsministeriums wurde eine Untersuchung unter Leitung des Oberbefehlshabers der Marine eingeleitet. Präsident Wladimir Putin sprach in einer gemeinsamen Fernsehansprache mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu von einem "großen Verlust für die Marine und die gesamte Armee". Er wies Schoigu an, nach Seweromorsk zu reisen und eine Kommission einzurichten, die die "Ursachen dieser Tragödie" untersuchen soll.

Ein Militärexperte, der anonym bleiben wollte, zweifelte die Version des Verteidigungsministeriums an. Forschungsmissionen würden in der Regel als Vorwand für verschiedene Arbeiten am Meeresboden genutzt, etwa das Verlegen von Kabeln, sagte der Experte der Nachrichtenagentur AFP.

14 Tote bei Brand eines russischen U-Bootes
nachtmagazin 00:30 Uhr, 02.07.2019, Ina Ruck, ARD Moskau

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Wenig ist über den U-Boot-Typ bekannt

Die Armee veröffentlichte nur wenige Details über den Vorfall. Name und Typ des U-Boots wurden nicht bekannt gegeben. Mehrere Medien berichteten unter Berufung auf Ermittlungskreise, das Unglück habe sich auf einem Atom-U-Boot vom Typ AS-12, das auch als "Losharik" bekannt ist, ereignet. Über diesen U-Boot-Typ ist nur wenig bekannt. Der Zeitung "Nowaja Gaseta" zufolge kann es bis zu 6000 Meter tief tauchen und ist für 25 Besatzungsmitglieder konstruiert. 

Putin bestätigte die Berichte nicht, sagte jedoch, dass es sich um ein ungewöhnliches U-Boot handele. "Es ist kein gewöhnliches Schiff, es ist ein Forschungsschiff, seine Besatzung ist hochprofessionell", sagte er. Unter den 14 Opfern seien sieben Kapitäne ersten Ranges gewesen. 

Die schwerste Katastrophe mit einem russischen Atom-U-Boot ereignete sich im Jahr 2000, als die "Kursk" bei einer Übung in der Barentsee sank. Alle 118 Besatzungsmitglieder starben.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 02. Juli 2019 um 00:30 Uhr.

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