Twitte-Logo auf einem Smartphone | Bildquelle: AFP

Saudi-arabische Propaganda Twitter sperrt Zehntausende Konten

Stand: 20.12.2019 23:49 Uhr

Weil sie offenbar Staatspropaganda betrieben, hat Twitter 88.000 Accounts mit Bezug zu Saudi-Arabien gesperrt. Die Accounts sollten Diskussionen über das Land und seine Interessen positiv beeinflussen.

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat nach eigenen Angaben mehr als 88.000 Accounts mit Verbindungen nach Saudi-Arabien blockiert. Interne Analysen hätten gezeigt, dass die Accounts das Ziel verfolgt hätten, Diskussionen über Saudi-Arabien zu bestimmen und die "geopolitischen Interessen" Riads voranzutreiben, teilte das US-Unternehmen mit.

"Staatlich gestützte Informationsoperation"

Die Accounts sollen Nachrichten, die sich positiv saudischen Autoritäten gegenüber geäußert hätten, unter anderem durch aggressives Liken oder Retweeten verstärkt haben. Es habe sich um eine "erhebliche staatlich gestützte Informationsoperation" gehandelt, die aus Saudi-Arabien gekommen sei. Die meisten der betroffenen Konten seien arabischsprachig gewesen und hätten als Sprachrohr der saudi-arabischen Behörden fungiert, erklärte Twitter. Einige Beiträge seien auf Englisch verbreitet worden, um ein "westliches Publikum" zu erreichen.

Das Unternehmen veröffentlichte Daten von 5929 dieser Accounts, die gegen Richtlinien der Plattform verstoßen hätten. Die Daten der weiteren Accounts würden unter anderem aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht.

Blick auf das Zentrum von Riad | Bildquelle: REUTERS
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Laut Twitter sollten die Accounts die Sichtweisen des Herrscherhauses in Riad positiv darstellen.

Informationen über Regierungskritiker gesammelt

Hinter dem Netzwerk an Accounts soll ein Marketingunternehmen aus Saudi-Arabien stehen. Auch der Account des Unternehmens wurde dauerhaft gesperrt. Anfang November hatte das US-Justizministerium bekanntgegeben, dass zwei frühere Twitter-Mitarbeiter private Kontoinformationen von Regierungskritikern für Saudi-Arabien ausspioniert hätten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Dezember 2019 um 04:00 Uhr.

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