Die US-Demokratischen Präsidentschaftsbewerber Pete Buttigieg, Elizabeth Warren und Joe Biden (v.l.). | Bildquelle: REUTERS

TV-Debatte Alle gegen Trump - und einen Demokraten

Stand: 20.12.2019 08:44 Uhr

"Korrupt" und ein "pathologischer Lügner": Die Demokraten haben beim ersten TV-Duell nach Einleitung des Impeachment-Verfahrens US-Präsident Trump massiv attackiert. Doch auch ein Mann aus den eigenen Reihen geriet unter Beschuss.

Die Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten haben nach der Einleitung des Amtsenthebungsverfahrens scharfe Kritik an US-Präsident Trump geübt. Der frühere Vizepräsident Joe Biden sagte in der sechsten TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber, Trump habe das Präsidentenamt tiefer sinken lassen als er es jemals für möglich gehalten habe. Die "Integrität" des Amtes müsse wieder hergestellt werden.

Biden betonte, er wolle den Wählern klar machen, dass Trump keine vier weitere Jahre im Amt verdiene. Die Anklageerhebung gegen Trump durch das Repräsentantenhaus - das sogenannte Impeachment - am Mittwochabend sei eine "verfassungsmäßige Notwendigkeit" gewesen.

Der Ex-Vizepräsident spielt eine zentrale Rolle in der Ukraine-Affäre: Trump hatte von der Regierung in Kiew Korruptionsermittlungen gegen Biden und dessen Sohn Hunter gefordert, der jahrelang für ein ukrainisches Gasunternehmen gearbeitet hatte. Die Demokraten werfen Trump vor, er habe so seinen Rivalen Biden beschädigen und seine eigenen Chancen auf eine Wiederwahl 2020 vergrößern wollen.

"Korruptester Präsident"

Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete Trump im TV-Duell als den "korruptesten Präsidenten" der jüngeren US-Geschichte. Senator Bernie Sanders sagte, Trump sei ein "pathologischen Lügner", der das Präsidentenamt "entwürdigt" habe. Die Senatorin Amy Klobuchar sagte: "Der Präsident ist kein König in Amerika." Sie warf die Frage auf, warum Trump sich dagegen sperre, hochrangige Mitglieder seiner Regierung im Senatsverfahren aussagen zu lassen, wenn er unschuldig sei.

"Milliardäre in Weinkellern"

Doch auch Präsidentschaftsbewerber Pete Buttigieg musste sich scharfe Kritik seiner politischen Rivalen anhören. Die beiden Senatorinnen Warren und Klobuchar rügten Buttigieg wegen seiner Spendenveranstaltungen sowie seiner vergleichsweise geringen Erfahrung. Warren griff Buttigieg in einem ungewöhnlich scharfen Schlagabtausch an, weil er eine Spendenveranstaltung in einem Weinkeller in der nördlich von San Francisco gelegenen Weinregion Napa-Valley gehalten hatte, bei der reiche Spender zugegen waren.

"Milliardäre in Weinkellern sollten nicht den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten aussuchen", sagte Warren, die genauso wie der Senator von Vermont Bernie Sanders Großspenden scheut und Spenden von Graswurzel-Organisationen vorzieht.

Buttigieg gab zurück, er sei die einzige Person auf der Bühne, die nicht Millionär oder Milliardär sei, und daher auf derartige Spenden angewiesen. Sollte Warren für ihn spenden, würde er die Spenden mit Freude annehmen, sagte Buttigieg. Warren habe außerdem erst vor kurzem Großspenden abgeschworen. Klobuchar dagegen kritisierte Buttigiegs geringe politische Erfahrung.

Demokraten-Debatte im Anti-Trump-Land
Marcus Schuler, ARD Los Angeles, zzt. Silicon Valley
20.12.2019 08:40 Uhr

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