Boris Johnson (l.) und Jeremy Hunt bei der TV-Debatte. | Bildquelle: REUTERS

Johnson und Hunt im TV-Duell Evergreen Brexit und ein paar Attacken

Stand: 10.07.2019 00:58 Uhr

Beim TV-Duell um das britische Premierminister-Amt haben sich die beiden Konservativen Johnson und Hunt einen Schlagabtausch geliefert. Doch inhaltlich blieben beide Kandidaten schwach.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Für Jeremy Hunt ist es die erste, die letzte, die einzige Möglichkeit in diesem Wahlkampf zwischen zwei Konservativen, Boris Johnson auf offener Bühne herauszufordern. Und er wartet nicht lang, schon nach fünf Minuten richtet sich Hunt, der in den Umfragen weit hinten liegt, direkt an den Favoriten Johnson.

TV-Debatte in Großbritannien
tagesschau 12:00 Uhr, 10.07.2019

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"Wirst Du zurücktreten, wenn wir am 31. Oktober nicht rausgehen aus der EU?", fragt Hunt. Johnson will darüber gar nicht reden, sondern schickt die Frage zurück: "Wie lange, Jeremy, willst Du den Brexit bei Bedarf noch rauszögern? Weihnachten? Wäre Weihnachten okay?"

Inhaltlich haben Johnson und Hunt keine Überraschungen zu bieten: Beide wollen mit der EU noch einmal über das Austrittspaket verhandeln, beide wollen aber definitiv raus zum 31. Oktober. Jeremy Hunt hält sich eine kleine Hintertür offen, falls ein Deal in Aussicht ist, Johnson hält das für vollkommen falsch. In den Umfragen bei den Konservativen, die die Entscheidung treffen, liegt er damit klar vorn.

Johnson nicht allzu besorgt um "No Deal"

Ein "No Deal" sei eine Frage der Vorbereitung, findet Johnson. Wenn man ohne Abkommen rausgeht, dann seien da ja auch noch die 39 Milliarden Pfund aus dem Abkommen, die könnten dann sehr hilfreich sein, um mit den Konsequenzen fertig zu werden.

"Das ist ein bisschen sehr einfach", erklärt Jeremy Hunt, "und das ist der Unterschied zwischen uns: Premierminister zu sein heißt, den Leuten das zu sagen, was sie wissen müssen, nicht was sie hören wollen."

Zwei unterschiedliche Typen

Die Tories haben die Wahl zwischen zwei ähnlichen Programmen, aber ganz unterschiedlichen Typen. Johnson: Mal gestikuliert er, mal schiebt er die Hände lässig in die Hosentaschen, mal verdreht er die Augen, wenn er eine Frage zu kleinteilig findet - und immer ist er mit einem verschmitzten Lächeln auf der Suche nach der nächsten Pointe.

Ganz anders dagegen Hunt: Kontrolliert, beide Hände auf dem kleinen Stehpult, gelegentlich hebt er den Zeigefinger, wenn er auf einen Widerspruch hinweisen will. Ein bisschen Lehrer, ein bisschen Vorstandsvorsitzender. Am Ende werden beide Kandidaten gefragt, was sie am anderen schätzen.

"Er kann so gut seine Meinung wechseln", sagt Johnson über Hunt, "erst war er gegen den Brexit, jetzt wirbt er dafür."

"Ich bewundere seine Fähigkeit, diese Frage zu beantworten", entgegnet Hunt. "Du fragst ihn etwas, er bringt Dich zum Lachen - und Du hast Deine Frage vergessen."

Britische TV-Debatte: Johnson vs. Hunt
Thomas Spickhofen, ARD London
09.07.2019 23:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das Morgenmagazin am 10. Juli 2019 um 05:38 Uhr.

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