Die US-demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders, links, Joe Biden Elizabeth Warren US-Demokraten | Bildquelle: REUTERS

US-Demokraten "Es gibt ein Leben nach Trump"

Stand: 13.09.2019 07:31 Uhr

Die dritte Fernsehdebatte der US-Demokraten hat die tiefen innerparteilichen Gräben offengelegt. Persönliche Angriffe gab es gegen einen Präsidentschaftsbewerber. Und es ging immer wieder um einen, der gar nicht dabei war.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Bei der dritten Fernsehdebatte der US-Demokraten in Houston war für lange Zeit ein Republikaner die bestimmende Person auf der Bühne: Präsident Donald Trump. Die drei Frauen und sieben Männer, die sich um die Präsidentschaftskandidatur bewerben, unterstrichen, dass sie einen Wahlkampf gegen den amtierenden Präsidenten führen würden.

TV-Debatte der Demokraten
tagesschau 09:00 Uhr, 13.09.2019

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"Alles wird demokratisch, Präsident, Haus, Senat. Es gibt ein Leben nach Trump", sagte der Bewerber Julian Castro, ehemaliger Wohnungsbauminister unter Präsident Barack Obama. Darin endet aber die Übereinstimmung der Kandidaten. Bei den wichtigen Themen, die die Vereinigten Staaten derzeit bewegen, zeigen sich die Unterschiede. Sie offenbarten die tiefe Kluft zwischen den Flügeln der demokratischen Partei.

Waffenscheine für alle Waffen?

Ein Beispiel ist die Frage von strengeren Waffengesetzen. "Ja, wir nehmen euch die AR 15 und AK 47 weg", sagte Beto O’Rourke. Dass reine Angriffswaffen nichts auf der Straße zu suchen haben, sehen alle so. Aber Besitzer zwingen, sie zurückzugeben? Da hört die Einigkeit auf. Waffenscheine für alle Waffen? Oder doch nur strenge Überprüfung beim Kauf? Das sind die Fragen, die diskutiert werden.

Der freie Handel ist allen Kandidaten wichtig. Aber auch hier ist die Rolle des Staates strittig. Handelsverträge nur mit den Gewerkschaften, Umweltschützern und Kleinbauern am Tisch, versprechen Elizabeth Warren und Bernie Sanders.

Streit über Gesundheitssystem

Eines der wohl drängendsten Problem vieler Amerikaner ist die Zukunft des Gesundheitssystems. Warren und Sanders, die Nummer zwei und drei in den Umfragen, wollen eine rein staatliche Krankenkasse. Der frühere Vizepräsident Joe Biden, der in den Umfragen führt, will beim privaten System bleiben, es aber - wie Obama - staatlich absichern. Es brauche keine großen Träume, so seine Devise. Die Leute würden die Hilfe jetzt brauchen.

Ähnlich ist das Bild beim Klimaschutz. Alle wollen zurück zum Pariser Klimaabkommen. Alle wollen mehr Umweltschutz. Aber: Mit wieviel Staat, wievielen Regeln? Oder mit der Industrie zusammen? "Solange in Washington Geld wichtiger ist als unsere Zukunft, können wir nicht das verändern, was wir verändern müssen", sagte Warren. Sie äußerte sich von allen Bewerbern am konkretesten und forderte Grenzwerte im Wohnungsbau, für die Industrie und insbesondere für den Autoverkehr.

Der ehemalige US-Vize-Präsident und Präsidentschaftsbewerber Joe Biden | Bildquelle: REUTERS
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Ex-Vize-Präsident Biden. Ein Raunen ging durch den Saal, als Mitbewerber Castro fragte, ob er sich Dinge überhaupt für zwei Minuten merken könne.

Alle für Truppenabzug aus Afghanistan

Eine weitgehend gemeinsame Position konnte man aber doch finden: Alle wollen, dass die amerikanischen Truppen so schnell wie möglich aus Afghanistan abgezogen werden und der Krieg beendet wird. Vor allem aber versprechen sie eine Politik, die die Vereinigten Staaten nicht mehr in solche Kriege führt. Eine, die enger mit den Partnern abgestimmt ist.

Es gab wieder persönliche Angriffe, insbesondere gegen Biden. Ein Raunen ging durch den Saal, als Castro fragte, ob Biden sich Dinge überhaupt für zwei Minuten merken könne. Das galt als Foulspiel, gab aber auch einen Vorgeschmack auf den eigentlichen Wahlkampf, wenn es gegen Trump geht.

TV-Debatte der Demokraten
A. Landwehr, ARD Washington
13.09.2019 06:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. September 2019 um 06:50 Uhr.

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