Beji Caid el Sebsi | Bildquelle: picture alliance / NurPhoto

Im Alter von 92 Jahren Tunesiens Präsident Essebsi gestorben

Stand: 25.07.2019 13:00 Uhr

Der erste demokratisch gewählte Präsident Tunesiens, Beji Caid Essebsi, ist tot. Er war erst Stunden vor seinem Tod in eine Klinik eingeliefert worden. Essebsi hatte das Land seit 2014 geführt.

Der Präsident Tunesiens, Beji Caid Essebsi, ist im Alter von 92 Jahren gestorben, wie das Präsidialamt des Landes über Facebook mitteilte. Essebsi gilt als der erste demokratisch gewählte Staatschef des nordafrikanischen Landes.

Nach Angaben des Präsidialamts starb Essebsi wenige Stunden, nachdem er erneut in ein Krankenhaus eingeliefert und dort auf der Intensivstation behandelt worden war. Erst Ende Juni hatte sich Essebsi mehrere Tage einem Klinikaufenthalt unterzogen, offiziell hieß es anschließend, sein Gesundheitszustand habe sich stabilisiert.

Lange politische Karriere

Der 1926 in Tunesien geborene Essebsi galt bereits vor seiner Wahl zum Präsidenten als Politikveteran. Schon 1942 setzte er sich für die Unabhängigkeit seines Landes von Frankreich ein. Nachdem dieses Ziel 1956 erreicht war, wurde Essebsi enger Vertrauter des späteren Prädisenten Habib Bourguiba. Unter dessen Amtsführung übernahm Essebsi den Posten Chef des Sicherheitsdienstes. Später hatte er auch den Posten des Innen-, des Verteidigungs-, sowie des Außenministers inne.

Nachdem Bourguiba Ende der 1980er-Jahre durch einen Putsch entmachtet wurde, kehrte Essebsi zunächst in seinen ursprünglichen Beruf als Anwalt zurück. Trotzdem schloss er sich der Partei des neuen Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali an, der Tunesien bis zum Arabischen Frühling in den Jahren 2010/2011 autokratisch führte.

Ex-Regierungschef Essebsi
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Essebsi spricht 2014 nach seinem Wahlsieg zu seinen Anhängern.

Sieg per Stichwahl

Nach der tunesischen Revolution und dem Sturz des Ben Alis 2011 übernahm Essebsi zunächst als Übergangspräsident die Staatsgeschäfte. Ende 2014 entschied er schließlich die Stichwahl um das Präsidentenamt für sich, seine kurz zuvor von ihm gegründete Partei Nidaa Tounes wurde stärkste Kraft.

In seiner Zeit als Präsident versuchte Essebsi die Grenzen zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen aufzubrechen. Zuletzt engagierte er sich vor allem für die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Juli 2019 um 12:00 Uhr.

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