Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: AP

Währungskrise in der Türkei Erdogan feuert Chef der Notenbank

Stand: 07.11.2020 09:59 Uhr

Erneut hat der türkische Präsident Erdogan seinen Notenbankchef entlassen. Grund für die Ablösung dürfte die anhaltende Währungskrise sein. Einen Nachfolger fand Erdogan in der eigenen Partei.

Von Christian Buttkereit, ARD-Studio Istanbul

Beim Stand von gut zehn Lira für einen Euro zog der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Reißleine und setzte Notenbank-Chef Murat Uysal vor die Tür. Die Entscheidung des Präsidenten wurde heute im Amtsblatt veröffentlicht. Beide hatten seit längerem unterschiedliche Auffassungen über die Zinspolitik. Uysal ist der zweite Zentralbankchef, den Erdogan innerhalb weniger Monate entlassen hat.

Zum Nachfolger bestimmte Erdogan per Erlass Ex-Finanzminister Naci Agbal. Der 52-Jährige gehört Erdogans Partei AKP an und gilt als erfahrener Finanzpolitiker.

Der scheidende Notenbankchef Murat Uysal | Bildquelle: AFP
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Der scheidende Notenbankchef Murat Uysal

Ex-Finanzminister Naci Agbal wird neuer Währungshüter. | Bildquelle: REUTERS
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Ex-Finanzminister Naci Agbal wird neuer Währungshüter.

Lira verliert gegenüber anderen Währungen

Erdogan verlangt stets, den Leitzins zu senken und damit Verbrauchern und Wirtschaft billige Kredite zur Verfügung zu stellen. Die Fachleute sehen genau das als eine Ursache der hohen Inflation in der Türkei. Um die Lira zu stabilisieren, griff die Zentralbank zuletzt mit Devisenverkäufen von mehr als 100 Milliarden Dollar in den Markt ein. Ökonomen warnen, dass die Reserven der Zentralbank deshalb bedenklich geschmolzen seien.

Die Türkische Lira hat seit Jahresbeginn gegenüber dem US-Dollar 30 Prozent an Wert verloren. Erdogan hatte sich nach der Präsidentschaftswahl 2018 selbst per Dekret ermächtigt, den Präsidenten und Vizepräsidenten der Zentralbank allein zu ernennen.

Erdogan setzt Notenbankchef Uysal vor die Tür
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
07.11.2020 11:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. November 2020 um 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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