US-Präsident Donald Trump. | Bildquelle: dpa

Syrien-Rückzug Republikaner wirft Trump Lüge vor

Stand: 08.10.2019 07:05 Uhr

Der Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien sorgt weiter für Kritik - auch bei Trumps Parteifreunden. Die überhört der US-Präsident, lobt seine "unvergleichliche Weisheit" und droht der Türkei.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Die Bedenken gegen einen Abzug von US-Soldaten aus dem Norden Syriens und den Einmarsch des türkischen Militärs sind groß - zumindest bei Politikern in Washington.

US-Senator Lindsey Graham steht sonst immer an der Seite des Präsidenten. Doch im Fernsehsender Fox findet der Republikaner mit seiner Kritik gar kein Ende - so deutlich, dass es auch Präsident Donald Trump vernehmen kann: "Das ist die größte Lüge dieser Administration, dass der IS geschlagen ist. Das Kalifat wurde zerstört, aber Tausende Kämpfer sind geblieben. Und das Kalifat wäre nicht ohne die Hilfe der Kurden zerstört worden."

Graham hat Angst - nicht nur um die Sicherheit der verbündeten Kurden in Syrien, nicht nur vor einer Rückkehr des sogenannten Islamischen Staates (IS). Sondern er fürchtet, dass die Vereinigten Staaten noch mehr Einfluss in der Region verlieren.

Türkei will kurdische Anti-IS-Milizen aus Grenzgebiet zu Syrien vertreiben
tagesthemen 22:15 Uhr, 07.10.2019, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Abzug ursprünglich schon für Dezember 2018 geplant

Der US-Präsident lässt sich durch solche Überlegungen von seinen Plänen nicht abbringen: Felsenfest sei sein Entschluss, versichert Trump. Ursprünglich hatte er schon im Dezember 2018 einen Abzug aus Syrien angekündigt.

"Wir haben Gefangene genommen, haben diese Gruppe größtenteils geschlagen, den IS geschlagen. 100 Prozent des Kalifats, 100 Prozent. Jetzt schaffe ich 100 Prozent und sie sagen 'Ach, vielleicht bleiben wir noch länger?' Ich sage: 'Nun, wann ziehen wir ab?' Es muss eine Zeit geben, in der wir abziehen. Wir müssen die Leute heimholen." 

Und: Wenn die Türkei etwas unternimmt, das er, Trump in seiner "großartigen und unvergleichlichen Weisheit" für unmöglich hält, werde er die türkische Wirtschaft zerstören, textete der US-Präsident im Netz. Das heißt, der Präsident hält jede Kritik für übertrieben.

Verena Bünten, ARD Washington, zum Abzug von US-Truppen aus Nordsyrien
nachtmagazin 00:15 Uhr, 08.10.2019

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"Die Türken marschieren ein und wir ziehen ab"

In den vergangenen Monaten waren die USA auf die Bedenken der Türkei bereits eingegangen. Die Türken verfolgen kurdische Einheiten, also die Verbündeten der USA, als Terrorgruppen. Es gab gemeinsame Grenzkontrollen der US-Soldaten mit dem türkischen Militär. Und die US-Armee nötige kurdische Verbände, ihre Stellungen im Grenzgebiet zu zerstören, sagt Senator Angus King im Radiosender NPR: "Wir hatten die Kurden überzeugt, ihre Verteidigungsstellungen zu räumen, im Vertrauen auf unsere Unterstützung. Jetzt stehen sie schlechter da als noch vor Monaten. Die Türken marschieren ein und wir ziehen ab."

Steven Simon entgegnet den Kritikern, dass die Pläne des Präsidenten schon seit dem vergangenen Winter bekannt waren. Im Fernsehsender PBS stellt sich der Präsident des Colby College gegen den Vorwurf, die Vereinigten Staaten würden die Kurden im Stich lassen. Die kurdischen Einheiten hätten nie aus reiner Uneigennützigkeit den Kampf gegen den IS geführt. 

"Jetzt gehen die Interessen auseinander"

"Die Kurden hatten ihre eigenen Interessen, als sie der Koalition gegen den IS beigetreten sind. Ein Punkt war: Sie hatten sich US-Unterstützung für eine Art Autonomie innerhalb von Syrien gewünscht, ähnlich zu dem, was die USA für sie im Irak erreicht hatten. Aber jetzt gehen die Interessen der USA und der Kurden auseinander", sagt Simon.

Die Kurden streben nach Autonomie. Die Trump-Administration will vor allem das Verhältnis zum NATO-Partner Türkei retten. Kurz: Bei gleicher Interessenslage könnten auch wieder Bündnisse entstehen. Nur jetzt halt nicht.

Heftige US-Reaktionen auf Trumps Truppen-Abzug aus Syrien
Torsten Teichmann, ARD Washington
08.10.2019 07:16 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 07. Oktober 2019 um 22:15 Uhr.

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