Der türkische Journalist und Regierungskritiker Ahmet Sik | Bildquelle: dpa

Angebliche PKK- und Gülen-Nähe Türkischer Journalist Sik verhaftet

Stand: 30.12.2016 21:52 Uhr

Gegen den türkischen Journalisten Sik ist Haftbefehl erlassen worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu wird ihm Propaganda für die PKK und die Gülen-Bewegung vorgeworfen. Vor einigen Jahren war er noch wegen Kritik an Gülen verfolgt worden.

Ein türkisches Gericht hat gegen den kritischen Journalisten Ahmet Sik Haftbefehl erlassen. Sik müsse wegen einer Reihe von Artikeln für die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet" in Haft, in denen er die türkischen Geheimdienste kritisiert hatte, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Zudem wird ihm demnach vorgeworfen, Propaganda für Terrororganisation PKK, die linksradikale Partei DHKP-C und das Netzwerk des islamischen Predigers Fethullah Gülen betrieben zu haben.

Sik als Gülen-Kritiker bekannt

Sik ist einer der bekanntesten Journalisten in der Türkei. Er verbüßte bereits in den Jahren 2011 und 2012 eine längere Haftstrafe.

Zu Siks Veröffentlichungen zählt ein kritisches Buch über die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen. Damals warf man ihm vor, dass Buch "Die Armee des Imams" im Auftrag des ultranationalistischen Netzwerkes Ergenekon geschrieben zu haben. Das 2011 veröffentlichte Buch zeigt auf, wie Gülen-Anhänger die türkischen Behörden unterwanderten. Zu der Zeit kooperierten die türkische Regierungspartei AKP und die Gülen-Bewegung noch.

Zehntausende Festnahmen seit dem Putsch

2013 vollzogen die AKP und die Gülen-Bewegung den öffentlich Bruch. Die Regierung in Ankara beschuldigt Gülen, für den Putschversuch am 15. Juli verantwortlich zu sein. Der im Exil in den USA lebende Gülen bestreitet dies.

Seit dem gescheiterten Militärputsch gilt der Ausnahmezustand. Seither wurden in der Türkei etwa 41.000 Verdächtige wegen mutmaßlicher Beteiligung an den Putschplänen oder wegen angeblicher Unterstützung der Gülen-Bewegung festgenommen. Unter den Festgenommenen sind Dutzende Journalisten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Dezember 2016 um 20:00 Uhr

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