Menschen und umgekippte Autos an einem Hang mit Schnee | Bildquelle: REUTERS

Mehr als 50 Verschüttete Tote bei Lawinen in der Türkei

Stand: 05.02.2020 16:35 Uhr

Die erste Lawine in Ostanatolien verschüttete mehrere Fahrzeuge. Etwa 300 Retter suchten nach Vermissten, als eine zweite Lawine niederging. Mindestens 28 Menschen starben, etwa 50 Helfer wurden verschüttet. Die Suche läuft.

Bei zwei Lawinenabgängen im ostanatolischen Gebirge sind nach Angaben lokaler Behörden mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich in der türkischen Provinz Van.

Am Dienstagabend hatte die erste Lawine ein Schneeräumfahrzeug und einen Kleinbus auf einer Straße in einem Gebirgstal bei Bahcesaray erfasst. Dabei kamen amtlichen Angaben zufolge fünf Menschen ums Leben.

Rettungskräfte werden selbst von Lawine erfasst

Noch am Tag darauf waren rund 300 Rettungskräfte im Einsatz, um nach zwei Vermissten zu suchen, teilte der Gouverneur der Provinz, Mehmet Emin Bilmez, mit. Dabei wurden die Helfer von einer zweiten Lawine erfasst. Dabei kamen 33 Menschen ums Leben, 53 Rettungskräfte wurden laut der Katastrophenschutzbehörde Afad verletzt.

Mehrere Einsatzkräfte werden noch vermisst, sagte Gouverneur Bilmez weiter, ohne eine konkrete Zahl zu nennen.

Rettungskräfte bergen im Osten der Türkei einen Verschütteten, nachdem zwei Lawinen abgegangen waren. | Bildquelle: AFP
galerie

Schneetreiben und Nebel erschweren die Suche nach den Vermissten zusätzlich.

Wetter erschwert Suche nach Vermissten

Die Suche nach Verschütteten und möglichen Opfern wurde durch heftiges Schneetreiben und starken Nebel erschwert. Trotzdem konnten laut Bilmez bereits 30 Verschüttete lebend geborgen und in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, dem Fahrer des verschütteten Räumfahrzeugs sei es am Dienstagabend nach 25 Minuten gelungen, sich zu befreien und in einem nahe gelegenen Dorf um Hilfe zu bitten.

Das türkische Verteidigungsministerium und die Katastrophenschutzbehörde schickten per Flugzeug 75 weitere Rettungskräfte und weitere Ausrüstung an den Unglücksort. Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, auch Innenminister Süleyman Soylu wolle in die Provinz Van reisen.

Der EU-Botschafter in der Türkei, Christian Berger, sprach der Türkei sein Mitgefühl aus. Auch die US-Botschaft in Ankara äußerte ihre Anteilnahme.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Februar 2020 um 14:00 Uhr.

Darstellung: