Thomas Seibert (l) und Jörg Brase | Bildquelle: dpa

Deutsche Korrespondenten ZDF-Journalist darf weiter in Türkei arbeiten

Stand: 12.03.2019 17:23 Uhr

Die Türkei hat die Arbeitserlaubnis des deutschen Journalisten Jörg Brase doch noch verlängert: Der ZDF-Korrespondent darf weiterhin aus dem Land berichten. Ein Zeitungsjournalist muss weiter bangen.

Der ZDF-Korrespondent Jörg Brase darf nun doch weiter aus der Türkei berichten.

Wie der Sender auf seiner Internetseite berichtete, hat der Leiter des Studios in Istanbul doch noch eine Verlängerung seiner Arbeitserlaubnis als Journalist erhalten.

Die stellvertretende ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten begrüßte, dass Ankara seine Entschluss nun revidiert hat. Brase werde in den kommenden Tagen seine Tätigkeit in der Türkei wieder aufnehmen, erklärte sie.

"Das ZDF geht davon dass, dass auch die Pressekarten für 'Tagesspiegel'-Korrespondent Thomas Seibert und die übrigen Kollegen, die noch darauf warten, jetzt ausgestellt werden", fügte sie hinzu.

Fehlende Akkreditierung erzwingt Ausreise

Seibert und dem NDR-Reporter Halil Gulbeyaz waren Anfang März die Akkreditierungen entzogen worden - sie dürfen somit in der Türkei nicht mehr journalistisch arbeiten und waren faktisch zur Ausreise gezwungen.

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte für die gesamte Bundesregierung "Bedauern" und "Unverständnis" über das Vorgehen der Türkei geäußert. Die Entscheidungen seien nicht nachvollziehbar.

Das Auswärtige Amt hatte daraufhin seine Reisehinweise verschärft: "Äußerungen, die nach deutschem Rechtsverständnis von der Meinungsfreiheit gedeckt sind, können in der Türkei zu berufsbeschränkenden Maßnahmen und Strafverfahren führen."

Die angeschlagenen deutsch-türkischen Beziehungen hatten damit eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei derzeit auf Platz 157 von 180 Ländern.

ZDF-Korrespondent Brase darf in Türkei zurückkehren
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
13.03.2019 00:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. März 2019 um 17:00 Uhr.

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