Der Journalist Khashoggi spricht im September 2018 während einer Nahost-Konferenz | Bildquelle: REUTERS

Türkische Ermittlungen Wurde Khashoggi erwürgt?

Stand: 31.10.2018 17:59 Uhr

Die türkische Staatsanwaltschaft hat ihre Darstellung der Todesumstände Jamal Khashoggis geändert. Der 59-Jährige sei erwürgt und der Leichnam vernichtet worden. Die Ermittler ließen offen, wie sie zu dieser Einschätzung kommen.

Die türkischen Justizbehörden haben weitere Ermittlungsergebnisse zum Tod des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul öffentlich gemacht. Dieser sei bereits kurz nach Betreten des Konsulats seines Landes erwürgt worden. Anschließend sei die Leiche des Regierungskritikers zerstückelt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Leichnam sei "vernichtet" worden.

Die Staatsanwaltschaft machte keine Angaben dazu, wie sie zu dieser neuen Einschätzung kommt. Da die Überreste Khashoggis bisher nicht gefunden wurden, scheidet eine Autopsie aus. Zwar konnten türkische Ermittler das Konsulat durchsuchen und Proben nehmen, aber dies dürfte kaum Rückschlüsse auf die Todesumstände zulassen.

Katharina Willinger, ARD Istanbul, zu den Erkenntnissen der türkischen Staatsanwaltschaft
tagesschau24 16:00 Uhr, 31.10.2018

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Im Affekt oder geplant?

In den vergangenen Tagen wurden demnach Gespräche mit dem saudi-arabischen Generalstaatsanwalt geführt, die nach türkischer Darstellung aber keine "konkreten Ergebnisse" ergeben hätten. Der saudi-arabische Generalstaatsanwalt Saud al-Mudschib war einige Tage in Istanbul gewesen und hatte sich zweimal mit dem leitenden türkischen Staatsanwalt getroffen. Die Türkei fordert die Auslieferung von 18 Verdächtigen. Riad lehnt das ab.

Nachdem das saudi-arabische Königshaus zunächst behauptet hatte, dass Khashoggi das Konsulat am 2. Oktober lebend verlassen hatte, räumt es inzwischen die Tötung ein. Riad besteht darauf, dass der Journalist versehentlich bei einer Schlägerei starb, die Tötung also nicht geplant war.

Khashoggi schrieb unter anderem Kolumnen für die "Washington Post" und kritisierte die zunehmend autoritäre Herrschaft des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Der Journalist war vor mehr als einem Jahr aus Angst vor politischer Verfolgung ins US-Exil gegangen.

Der saudi-arabische Generalstaatsanwalt Saud al-Mudschib während seines Besuchs in Istanbul | Bildquelle: AFP
galerie

Generalstaatsanwalt Saud al-Mudschib hielt sich einige Tage in Istanbul auf - Erkenntnisse soll er nicht geteilt haben.

Gibt es Audioaufnahmen der Tötung?

Türkische und US-Medien hatten vergangene Woche berichtet, dass CIA-Direktorin Gina Haspel Audioaufnahmen vom Tod des saudischen Journalisten vorgespielt wurden. Dies heizte Spekulaktionen an, dass türkische Stellen das Konsulat mit Abhörgeräten verwanzt haben.

Nach der türkischen Darstellung war die Tötung Khashoggis genau geplant worden. Ein 15-köpfiges Kommando sei eigens für die Tat aus Saudi-Arabien angereist, um den 59-Jährigen zu verhören, zu foltern und zu ermorden. Zumindest der Foltervorwurf widerspricht der Darstellung der Staatsanwaltschaft.

Wirkliche Klarheit können wohl nur die saudi-arabischen Ermittler bringen. Aber dies geht nur mit Zustimmung des Königshauses.

Türkische Staatsanwaltschaft ändert Darstellung der Todesumstände: Khashoggi wurde erwürgt
Karin Senz, ARD Istanbul
31.10.2018 17:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. Oktober 2018 um 16:00 Uhr.

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