Menschen schwenken bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich des zweiten Jahrestages des gescheiterten Putschversuchs türkische Flaggen, im Hintergrund ist die Camlica-Moschee zu sehen. | Bildquelle: dpa

Deutsch-türkisches Verhältnis Deutsche in Türkei freigelassen

Stand: 21.09.2018 17:19 Uhr

Eine Woche vor dem Besuch des türkischen Präsidenten Erdogan sind erneut deutsche Staatsbürger in der Türkei zunächst festgenommen - und dann wieder freigelassen worden.

Der ehemalige Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde Hamburg, Nurali Demir, ist nach Angaben der Gemeinde bei der Einreise in die Türkei am Morgen vorläufig in Polizeigewahrsam genommen worden. Der 51-jährige deutsche Staatsbürger wurde am Nachmittag jedoch in Istanbul wieder auf freien Fuß gesetzt, wie NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichten.

Ihm sei von der Staatsanwaltschaft "Propaganda gegen den türkischen Staat" vorgeworfen worden. Das Auswärtige Amt wollte sich zu den Vorgängen nicht äußern.

Weiterer Deutscher aus Haft entlassen

Darüber hinaus wurde ein deutscher Häftling in der Türkei freigelassen. Einzelheiten zu dem freigelassenen Mann nannte das Auswärtige Amt ebenfalls nicht. Er sei aber nach einem Urteilsspruch auf freien Fuß gesetzt worden, teilte eine Sprecherin mit.

Damit wird das deutsch-türkische Verhältnis vor dem Besuch von Erdogan am kommenden Donnerstag etwas entlastet.

Fethullah Gülen | Bildquelle: dpa
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Der türkische Präsident Recep Tayyip wirft Gülen, der im Exil in den USA lebt, vor, den gescheiterten Umsturzversuch befohlen zu haben.

Erdogan kommt in einer Woche nach Deutschland

Noch immer sitzen mehrere Deutsche in türkischen Gefängnissen. Sie sind aus deutscher Sicht das größte Hindernis auf dem Weg zur Normalisierung des deutsch-türkischen Verhältnisses.

Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei vor zwei Jahren waren dort insgesamt 35 Deutsche festgenommen worden, denen in der Regel Unterstützung von Terrororganisationen vorgeworfen wird. Dazu zählt nach Auffassung der türkischen Regierung auch die Bewegung des in den USA im Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen, die für den Putschversuch verantwortlich gemacht wird.

Gegen den Besuch des türkischen Präsidenten sind bundesweit Proteste geplant.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. September 2018 um 17:15 Uhr.

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