Absturzstelle eines russischen Löschflugzeugs in der Türkei | AFP

Kampf gegen türkische Waldbrände Russisches Löschflugzeug abgestürzt

Stand: 14.08.2021 22:24 Uhr

Bei den Löscharbeiten in der Türkei hat es ein tödliches Unglück gegeben: Ein russisches Löschflugzeug stürzte ab, mindestens acht Menschen starben. Im Norden ringt man derweil mit den Folgen der Überschwemmungen.

Beim Absturz eines russischen Löschflugzeuges in der Türkei sind acht Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu mit. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, an Bord hätten sich fünf russische Soldaten und drei Türken befunden.

Laut russischen Regierungsangaben war die Maschine im Einsatz gewesen, um einen Waldbrand in der Provinz Kahramanmaras nahe der Grenze zu Syrien zu löschen.

Die Ursache für den Absturz ist unklar. Nach russischen Angaben ereignete sich das Unglück bei der Landung. Luftaufnahmen der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zeigten Feuer und Rauch, die aus dem mutmaßlichen Wrack des Flugzeugs aufstiegen.

Seit Ende Juli gab es landesweit etwa 300 Brände. Die meisten konnten mittlerweile gelöscht werden. Mehrere Länder - darunter Russland, Spanien und Katar - unterstützten die Löscharbeiten. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Spezialisten aus beiden Ländern seien an einem wichtigen humanitären Einsatz beteiligt gewesen.

Mehr als 100 Vermisste

Der Norden des Landes leidet derweil weiter unter den Folgen massiver Niederschläge. Das türkische Fernsehen zeigte Bilder von einer braunen Lawine, die sich durch Straßen schob und alles schluckte, was auf ihrem Weg lag. Städte, Dörfer und Krankenhäuser wurden evakuiert, Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Laut offiziellen Angaben gab es mindestens 57 Tote. In der Stadt Bozkurt suchten Rettungskräfte am Samstag in zerstörten Gebäuden nach Überlebenden. Es wurde befürchtet, dass zehn Menschen unter den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes begraben sein könnten.

Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte bei einem Besuch in der Region, 120 Teams seien schon dabei, die Schäden aufzunehmen. Außerdem arbeite man daran, die Infrastruktur wieder in Gang zu bringen.

 Ein Luftbild zeigt zerstörte Gebäude nach ܜberschwemmungen und Schlammlawinen in Bozkurt, Türkei. | dpa

Verwüstungen in der nordtürkischen Stadt Bozkurt Bild: dpa

An einem Tag so viel Regen wie sonst im Halbjahr

Zuletzt hatte es in manchen Schwarzmeer-Provinzen stellenweise in 24 Stunden so viel geregnet wie sonst in einem halben Jahr. Für mehrere der betroffenen Regionen im Norden am Schwarzen Meer ist weiterer Regen vorhergesagt.

In den gebirgigen Regionen der Türkei gibt es im Sommer häufig heftige Niederschlägen, die Hochwasser und Schlammlawinen auslösen. Viele Experten warnen allerdings, dass die Häufigkeit und das Ausmaß solcher Naturkatastrophen als Folge des globalen Klimawandels zunimmt.

Angesichts der jüngsten Naturkatastrophen steigt der Druck auf Erdogan, mehr zu unternehmen, um die klimaschädlichen Treibhausgasemission zu reduzieren. Die Türkei gehört zu den wenigen Staaten, die das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 nicht ratifiziert haben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. August 2021 um 18:00 Uhr.