Eine Frau sitzt auf den Ruinen ihres Hauses. | Bildquelle: ZULKIFLI/EPA-EFE/REX

Nach Tsunami in Indonesien Fassungslos in den Trümmern

Stand: 25.12.2018 13:11 Uhr

Auch Tage nach dem Tsunami in Indonesien ist das Ausmaß der Katastrophe nicht absehbar. Die Zahl der Toten steigt, die Kliniken sind überlastet. Fassungslos stehen die Menschen vor den Trümmern ihrer Häuser.

Von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Tausende Soldaten und Polizisten kämpfen sich durch die Trümmer. Die Flutwelle hatte Häuser, Strandhütten, Bäume und Autos mitgerissen und unter Schlamm begraben. Die Zahl der Toten stieg auf mindestens 429. Mehr als 100 Menschen werden noch vermisst. Die Opferbilanz könnte am Ende also auf rund 600 steigen.

Je länger die Rettungsarbeiten und die Suche nach weiteren Opfern dauern, desto schwieriger wird die Identifizierung der aus dem Wasser geborgenen Leichen.

Zahl der Toten nach Tsunami auf 429 gestiegen
tagesschau 09:25 Uhr, 26.12.2018

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Tausende Menschen obdachlos

"Es ist furchtbar", sagt eine Frau. "Wir haben ein totes Kind gefunden am Strand, und wir haben es ins Krankenhaus gebracht."

Tausende Menschen wurden obdachlos. Fassungslos stehen viele vor den Trümmern ihrer Häuser.

"Die Welle kam vom Süden. Alle rannten los, aber wurden von den Wassermassen zu Boden geworfen", sagt ein Mann. "Mein Bruder überlebte, indem er sich unter ein Auto legte. Meine Frau habe ich bis jetzt noch nicht gefunden."

Schlimme Kopfwunden, schwere Knochenbrüche

Das Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen unterstützen die indonesischen Mediziner bei der Versorgung der mehr als 1500 Verletzten. Viele haben schlimme Kopfwunden und schwere Knochenbrüche. Die örtlichen Kliniken sind überlastet. "Nach der Akutversorgung haben wir viele Verletzte ausgeflogen", berichtet ein Offizier.

Mitten in den Trümmern haben Frauen und Männer provisorische Verkaufsstände aufgebaut. Sie bieten Fisch und Obst auf Holzplanken und Plastikfolien an. Das Leben geht weiter. Zurück zur Normalität wäre jedoch zu viel gesagt. "Wir verkaufen die Reste von dem, was wir hatten", sagt ein Händler.

Eine Frau sucht nach Wertgegenständen in einem zerstörten Freizeitpark in Sumur. | Bildquelle: AFP
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Eine Frau sucht nach Wertgegenständen in einem zerstörten Freizeitpark in Sumur an der westlichen Spitze der Insel Java.

Vom Tsunami komplett überrascht

Die meisten Menschen in den beliebten Touristenregionen wurden von dem Tsunami komplett überrascht, der durch den Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau in der Meerenge mit dem Namen Sundastraße zwischen den Inseln Sumatra und Java ausgelöst worden war. Das Tsunami-Warnsystem hatte nicht reagiert, da es ausschließlich Seebeben registriert.

Der Anak Krakatau bricht bereits seit Monaten immer wieder aus. Bei der Eruption am Samstagabend stürzte ein Teil des Kraters ein. Es kam zu einem gewaltigen Erdrutsch ins Meer - nur 24 Minuten später erreichte die Flutwelle die Strände der beiden Inseln.

Weitere Flanke des Vulkans droht abzurutschen

Der Vulkan bleibt auch nach dem Tsunami aktiv. Weiße Aschewolken steigen in den Himmel. Schutt, flüssiges Gestein und Lava stürzen ins Meer. Eine weitere Flanke des Vulkans droht abzurutschen, was zu einem neuerlichen Tsunami führen könnte. Die Bewohner wurden daher aufgefordert, die Küstenregionen zu meiden. Rund 12.000 Menschen wurden in höher gelegene Regionen in Sicherheit gebracht.

Experten halten es auch für möglich, dass der Vulkan eines Tages komplett in sich zusammenstürzt - bei einer Eruption von ähnlich gigantischem Ausmaß war im Jahr 1883 die komplette Insel Krakatau explodiert und im Meer versunken. Übrig blieb der Anak Krakatau, auf deutsch: Kind des Krakatau.

Gewaltige Spannungen im Erdinneren

Indonesien liegt auf dem sogenannten pazifischen Feuerring - der tektonisch aktivsten Weltregion. Die indische Platte schiebt sich dort unter die eurasische, was zu gewaltigen Spannungen im Erdinneren führt. Außerdem gibt es in dem Staat mit seinen fast 18.000 Inseln 127 aktive Vulkane.

Allein in diesem Jahr erlebte Indonesien gleich mehrere Katastrophen: unter anderem die Erdbeben auf der Insel Lombok im Sommer und das Beben mit anschließendem Tsunami in Sulawesi mit Tausenden Toten.

Vor 14 Jahren - ebenfalls an Weihnachten - tötete ein verheerender Tsunami allein in Indonesien mehr als 200.000 Menschen. Als Konsequenz wurde seinerzeit das Tsunami Frühwarnsystem installiert.

Zahl der Opfer nach Tsunami in Indonesien steigt
Holger Senzel, ARD Singapur
25.12.2018 11:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 25. Dezember 2018 die tagesschau um 11:45 Uhr und Deutschlandfunk um 13:22 Uhr in der Sendung "Informationen am Mittag".

Korrespondent

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Holger Senzel, NDR

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