Frauen und Kinder liegen in einem Zelt. | Bildquelle: dpa

Tsunami in Indonesien Immer noch viele Vermisste

Stand: 24.12.2018 03:11 Uhr

Nach dem Tsunami in Indonesien werden noch immer viele Menschen vermisst. Mindestens 281 Menschen kamen ums Leben. Nach Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam entstand die Flutwelle durch eine Kettenreaktion.

Auf den indonesischen Inseln Java und Sumatra werden noch immer Dutzende Menschen vermisst. Nach Angaben des indonesischen Katastrophenschutzes starben mindestens 281 Menschen infolge des Tsunamis. Mehr als 1000 Menschen wurden verletzt, als die Flutwellen die Küstenregionen zwischen den Inseln überrollten. Die Behörden befürchten, dass die Opferzahlen noch steigen könnten.

Deutsche seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen, twitterte das Auswärtige Amt in Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel sprachen dem indonesischen Präsidenten Joko Widodo und den Betroffenen ihr Beileid aus.

Häuser und Hotels zerstört

Rettungskräfte versuchten, zu den verwüsteten Gebieten vorzudringen. Hunderte Häuser wurden zerstört, Hotelanlagen beschädigt, Autos und Schiffe fortgerissen. Knapp 11.700 Menschen wurden durch die Katastrophe obdachlos.

Lena Bodewein, ARD Singapur, mit einer Einschätzung zu Ursache und Folgen des Tsunamis
tagesthemen 23:15 Uhr, 23.12.2018

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Kettenreaktion als Auslöser

Nach Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam entstand der Tsunami infolge einer Kettenreaktion. Demnach erschütterte am Samstagabend ein Beben der Stärke 5,1 in etwa einem Kilometer Tiefe die als Sundastraße bekannte Meerenge. Außerdem sei etwa zeitgleich der Vulkan Anak Krakatau ausgebrochen, sagte der GFZ-Experte Jörn Lauterjung.

Noch sei unklar, ob der Vulkanausbruch oder das Beben einen Erdrutsch auslösten. Dieser Landrutsch wiederum sei vermutlich die Ursache des Tsunamis gewesen. Das Tsunami-Frühwarnsystem löste demnach keinen Alarm aus. Darauf sei es auch nicht ausgelegt, sagte Lauterjung. 90 Prozent der Tsunamis entstünden durch starke Erdbeben, daher löse das System erst ab einer Stärke von 6,5 bis 7 Alarm aus. Diese Stärke habe das jetzige Erdbeben aber nicht erreicht.

Erinnerung an 2004

Die Flutwellen waren mitten in der Urlaubssaison über beliebte Touristenstrände auf den beiden durch die Meerenge getrennten Inseln hereingebrochen. Schon an Weihnachten 2004 hatte ein verheerender Tsunami neben anderen östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans auch Indonesien getroffen - allein dort kamen damals mehr als 160.000 Menschen ums Leben, insgesamt waren etwa 230.000 Todesopfer zu beklagen.

Vor knapp drei Monaten wurde dann die bei Urlaubern beliebte indonesische Insel Sulawesi - rund 1500 Kilometer nordwestlich des jetzt betroffenen Gebiets - von einem schweren Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunami heimgesucht, der mehr als 2200 Menschen das Leben kostete. Damals machte sich unter vielen Indonesiern Verbitterung breit über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe.

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Der Vulkan, die Flut und dann der Tsunami

Mann steht an der Küste bei Pandeglang (Indonesien) nach dem Tsunami

Die Küste bei Pandeglang - in ruhigen Zeiten ein beliebter Ausflugsort auch für Menschen aus der Millionenstadt Jakarta. Hier und entlang anderer Strände der Sundastraße traf der Tsunami an Land. | Bildquelle: REUTERS

Mit Informationen von Lena Bodewein, ARD-Studio Südostasien

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. Dezember 2018 um 23:15 Uhr.

Korrespondentin

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