Ein nach dem Beben zerstörtes Gebäude in Donggala. | Bildquelle: BNPB HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shutter

Beben in Indonesien Vermisste nach Tsunami vor Sulawesi

Stand: 28.09.2018 20:39 Uhr

Mehrere Meter hoch war die Welle, die auf die Insel Sulawesi zurollte: Ein Beben hatte zuvor Erde und Meer erschüttert. Mehrere Menschen werden vermisst.

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Eine zwei Meter hohe Wasserwand stürzt auf die indonesische Küstenstadt Palu zu, sie nähert sich und bricht schließlich über der Strandpromenade zusammen. Handyaufnahmen zeigen, wie die Wassermassen Häuser zusammenfalten, wie sie die Straßen in Sekunden überfluten, Autos wegspülen.

Zwei starke Beben haben vor der Insel Sulawesi Erde und Meer erschüttert, in einer Stärke zwischen 7,4 und 7,7 auf der Richterskala. Die Behörden riefen  eine Tsunamiwarnung aus. Die Bevölkerung zog sich sich in höhergelegene Gebiete und Gebäude zurück, dennoch melden mehrere Menschen Angehörige als vermisst.

Screenshot aus einem Handyvideo aus Indonesien
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Screenshot aus einem Handyvideo aus Indonesien

Der Schrecken bleibt

Palu hat 350.000 Einwohner. Mögliche Opferzahlen sind noch nicht bekannt. Das Meer hat sich inzwischen wieder aus der Stadt zurückgezogen, doch der Schrecken ist geblieben. Zu tief sitzt im nationalen Bewusstsein noch der Schock des großen Tsunamis von 2004, als 230.000 Menschen starben, davon allein in Indonesien 165.000.

Die Beben hatten ihre Epizentren im Meer vor der Insel Sulawesi. Die erste Erschütterung hatte in der Stadt Donggala Häuser einstürzen lassen, Bilder zeigen, wie Menschen Geschäfte und Gebäude in Panik verlassen, wie auf der Straße Autos geschüttelt werden und Mauern wackeln.

Ausmaß noch nicht absehbar

Mindestens ein Mensch ist dabei ums Leben gekommen. Das zweite starke Beben ereignete sich, als gerade die Dunkelheit über Indonesien einbrach. Daher ist das Ausmaß des Unglücks noch nicht abzusehen, auch weil Telefon und Handyverbindungen zum Teil zusammengebrochen sind.

Das Land mit 260 Millionen Einwohnern liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einem tektonisch sehr aktiven Gebiet. Erdbeben und Vulkanausbrüche gibt es hier häufig, erst im Juli hatten mehrere Beben auf der Insel Touristeninsel Lombok mehr als 500 Menschen getötet.

Über dieses Thema berichtete am 28. September 2018 NDR Info um 18:30 Uhr und die tagesschau um 20:00 Uhr.

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