Grubenunglück in Tschechien | Bildquelle: REUTERS

Zeche in Tschechien Viele Tote bei Bergwerksunglück

Stand: 21.12.2018 08:23 Uhr

Bei einer Methangasexplosion in einem tschechischem Kohlebergwerk sind mindestens 13 Bergleute ums Leben gekommen. Zehn weitere Menschen wurden verletzt. Elf der Toten stammen aus Polen.

Im Osten Tschechiens sind bei einem schweren Grubenunglück in einem Steinkohlebergwerk mindestens 13 Arbeiter ums Leben gekommen. Zehn weitere seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Bergbauunternehmens OKD.

Nach ersten Erkenntnissen entzündete sich unter Tage ein Luft-Methangas-Gemisch. Es kam in einer Tiefe von schätzungsweise rund 800 Metern zu einer gefürchteten Schlagwetterexplosion, die ganze Arbeitsbereiche zerstörte. Die Grubenwehr suchte in der Tiefe nach möglichen Opfern und Überlebenden. Zum Abtransport der Verletzten standen an der Oberfläche Rettungswagen und ein Hubschrauber bereit. Elf der in der Grube beschäftigten Bergarbeiter stammen aus dem nahen Polen.

Stollen in einer Tiefe von bis zu 1100 Metern

Das Bergwerk nahe der Stadt Karvina, rund 300 Kilometer östlich von Prag, ist seit 1968 in Betrieb und wurde vor einigen Jahren modernisiert. Die Stollen liegen in einer Tiefe von bis zu 1100 Metern. Das Unglück sei eine große vorweihnachtliche Tragödie, sagte der Bürgermeister der angrenzenden Bergwerksgemeinde Stonava, Ondrej Feber, der Onlineausgabe der Zeitung "Pravo".

Der Bergwerksbetreiber OKD ist seit April wieder im Besitz des tschechischen Staates. Die Regierung in Prag hatte den Betrieb nach der Insolvenz für umgerechnet rund drei Millionen Euro übernommen. Das Unternehmen beschäftigt in der strukturschwachen Region rund 9500 Menschen. In diesem Jahr wurden rund fünf Millionen Tonnen Steinkohle gefördert.

Über dieses Thema berichtete am 21. Dezember 2018 NDR Info um 09:00 Uhr und die tagesschau um 14:00 Uhr.

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