US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: dpa

Wegen Sklaverei-Gedenktag Trump verschiebt Wahlkampfauftritt

Stand: 13.06.2020 10:18 Uhr

Der US-Präsident wollte seinen ersten Wahlkampfauftritt nach Monaten als großes Comeback feiern. Doch nun muss er seine Rallye nach heftiger Kritik verschieben: Er hatte sie auf den Gedenktag zum Ende der Sklaverei gelegt.

Nach massiver Kritik verschiebt US-Präsident Donald Trump seine erste Wahlkampfveranstaltung seit mehr als drei Monaten. Die Kundgebung in Tulsa (Oklahoma) werde nun am kommenden Samstag statt wie geplant am Tag davor stattfinden, teilte er mit.

Kritik an Ort und Datum

Der ursprüngliche Zeitpunkt und Ort für Trumps Kundgebung waren - auch vor dem aktuellen Hintergrund der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt - in die Kritik geraten. Am Freitag, dem 19. Juni, wird in den USA "Juneteenth" begangen - an dem Tag wird des Endes der Sklaverei gedacht.

Massaker in Tulsa

Tulsa war zudem 1921 Schauplatz eines Massakers durch einen weißen Mob an der schwarzen Bevölkerung. Historiker werten dies als schlimmsten Zusammenstoß zwischen Weißen und Schwarzen in den USA nach dem Ende des Bürgerkriegs. Hunderte Menschen wurden getötet.

Zudem hatte Trump vor wenigen Tag erst ein historisch belastetes Zitat verbreitet: "Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen" ("when the looting starts, the shooting starts"). Mit diesem Satz hatte 1967 der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen in Wohnvierteln von Schwarzen angekündigt. Das hatte für viel Unmut in der schwarzen Bevölkerung gesorgt.

"Willkommensparty für Rassisten"

Die demokratische Senatorin Kamala Harris warf Trump vor, Rechtsradikale zu ermutigen. "Das ist nicht nur ein Augenzwinkern an weiße Rassisten - er schmeißt ihnen eine Willkommensparty", erklärte sie.

Trump dagegen wies in einem Interview Vorwürfe zurück, dass er das Datum bewusst gewählt habe. Auf Twitter erklärte er, "viele meiner afroamerikanischen Freunde und Unterstützer" hätten vorgeschlagen, das Datum aus Respekt für "Juneteenth" zu ändern. Mit der Verschiebung komme er dem nach. Mehr als 200.000 Unterstützer hätten sich bereits um Tickets für die Veranstaltung in Tulsa beworben.

Wegen der Corona-Pandemie sind seit März alle großen Wahlkampfveranstaltungen für die Präsidentenwahl im November in den USA gestrichen worden. Trump, für den Auftritte vor seinen Anhängern ein zentrales Wahlkampfelement sind, hatte am Mittwoch angekündigt, die Veranstaltungen wieder aufzunehmen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. Juni 2020 um 10:45 Uhr.

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