Donald Trump im Jahr 1992 mit seinen Eltern | Bildquelle: imago/ZUMA Press

Bericht der "New York Times" Steuerbetrug bei den Trumps?

Stand: 03.10.2018 05:29 Uhr

Die "New York Times" berichtet, Donald Trump habe in den 1990er-Jahren seinem Vater beim Steuerbetrug geholfen - und davon letztlich in Millionenhöhe profitiert. Das Weiße Haus wies die Vorwürfe zurück.

US-Präsident Donald Trump sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, in Steuertricks seines Vaters verwickelt zu sein. Die "New York Times" berichtet, dass der heutige Präsident von seinem Vater Fred Trump Werte aus dessen Immobiliengeschäft im Volumen von heute mindestens 413 Millionen Dollar bekommen haben soll. Ein Großteil der Gelder solle aus Steuerbetrug stammen.

Damit wäre das Bild von Donald Trump als Selfmade-Milliardär erschüttert: Trump hatte im Wahlkampf stets behauptet, er habe als junger Mann von seinem Vater Fred nur ein Startkapital von einer Million Dollar bekommen und daraus ein Milliarden-Imperium gemacht.

Das Blatt beruft sich auf mehr als 100.000 Seiten starke Finanzdokumente, darunter vertrauliche Steuererklärungen von Fred Trump und dessen Unternehmen, zudem habe es mit ehemaligen Mitarbeitern Trumps gesprochen. Donald Trump soll laut "New York Times" mit seinen Geschwistern eine Scheinfirma gegründet haben, um millionenschwere Geschenke seiner Eltern zu verschleiern.

Vor seinem Tod in den späten 1990er-Jahren habe Fred Trumps die Eigentumsrechte für sein Immobilienimperium auf seine vier Kinder übertragen. In Steuererklärungen wurde der Wert der Grundstücke auf 41,4 Millionen Dollar taxiert - viel weniger als sie laut "New York Times" wert gewesen seien. Ebenjene Immobilien seien im Laufe der nächsten zehn Jahre für das 16-fache dieser Summe verkauft worden.

Trump Tower in New York | Bildquelle: dpa
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Der Trump Tower in New York: Erneut sieht sich Donald Trump mit Vorwürfen konfrontiert, Steuerbetrug begangen zu haben.

Vorwurf: Schenkungssteuer umgangen

Nach Berechnungen der "New York Times" überwiesen Trumps Vater und seine Mutter ihm und seinen Geschwistern mehr als eine Milliarde Dollar. Dabei hätte ein Steuerbescheid im Umfang von mindestens 550 Millionen Dollar herauskommen müssen, wenn man die damals geltende Schenkungs- und Erbschaftsabgabe von 55 Prozent als Grundlage nimmt. Doch hätten die Kinder letztlich nur 52,2 Millionen Dollar Steuern bezahlt, also rund fünf Prozent.

Überweisungen in Millionenhöhe an die Kinder habe die Familie über eine Scheinfirma namens All County Building Supply & Maintenance verschleiert, die den Kindern gehörte. 1992 sei das Unternehmen unter dem Vorwand gegründet worden, Trumps Gebäude mit Heizkesseln, Putzmitteln und anderen Gütern zu versorgen. Rechnungen habe der Vater mit Aufschlägen von 20 oder gar 50 Prozent ausgestellt, um seinen Kindern Geld zuzuschanzen und zugleich um Schenkungssteuern herumzukommen.

Ein Porträt von Donald Trumps Vater, Fred Trump, im Oval Office im Weißen Haus in Washington | Bildquelle: AP
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In Trumps Büro im Weißen Haus steht ein Porträt seines Vaters Fred.

Anwalt: Fakten "extrem inakkurat"

Ein Anwalt des Präsidenten wies den Bericht zurück. Es habe keinen "Betrug oder Steuerhinterziehung" gegeben. Die Fakten in dem Artikel seien "extrem inakkurat".

Das Weiße Haus ging zum Angriff auf das renommierte Blatt über. Bei dem Bericht handele es sich um eine "irreführende Attacke auf die Familie Trump durch die scheiternde 'New York Times'". Die Zeitung und andere Medien hätten mit geringer Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit zu kämpfen, "weil sie davon besessen sind, den Präsidenten und dessen Familie rund um die Uhr anzugreifen statt sich auf Berichterstattung" zu konzentrieren.

Das zuständige Finanzamt des US-Staats New York teilte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AP mit, dass die erhobenen Vorwürfe intensiv geprüft würden. Ermittlungsergebnisse leitet die Behörde in der Regel an das Büro der Generalstaatsanwaltschaft des Staats weiter. Steuerexperten gingen nicht davon aus, dass Trump wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung seiner Eltern strafrechtliche Verfolgung droht. Die Tricks lägen lange zurück und seien deswegen verjährt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Oktober 2018 um 04:57 Uhr.

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