Trump-Unterstützer | Stefani Reynolds/POOL/EPA-EFE/Sh

Nominierungsparteitag Wo Trumps Basis stark ist

Stand: 24.08.2020 08:27 Uhr

Steuersenkung, Wirtschaftsförderung und internationaler Respekt: Die Anhänger von US-Präsident Trump wünschen sich eine zweite Amtszeit. Wie sehen sie die Lage?

Von Julia Kastein, ARD-Studio Washington

Die erste Amtszeit von Donald Trump war für Tim Young, Ex-Soldat aus Coweta in Oklahoma, ganz klar eine Erfolgsgeschichte: "Er hat Versprechen gemacht und sie auch gehalten", sagt der 42-jährige Hausmann mit der roten "Keep-America-Great"-Cap. "Er hat die Steuern erhöht für die, die uns im Ausland schaden. Und die Steuern gesenkt für das amerikanische Volk. Das hat der Wirtschaft echt geholfen und uns dorthin gebracht, wo wir vor der Pandemie waren."

Julia Kastein ARD-Studio Washington
Trump-Unterstützer | REUTERS

Trump-Unterstützer in Virginia. Bild: REUTERS

Wirtschaftskrise? "Dafür kann Trump ja nichts"

Bis Mitte März konnte sich Trump mit guten Wirtschaftsdaten brüsten: Historisch niedrige Arbeitslosenquote und solides Wachstum. Seine Anhänger machen dafür seine Steuerreform von 2017 verantwortlich. Vor allem Konzerne und Unternehmen wurden entlastet - aber auch Angestellte und Selbstständige.

Charles Northquist aus der Nähe von Oklahoma-City sagt deshalb auf die Frage, ob es ihm heute besser geht als vor vier Jahren: "Ja. Ich arbeite in der Sicherheitsbranche und meine Frau für ein Sportgeschäft. Vor Trump ging von unserem Einkommen ganz schön viel an Steuern weg. Jetzt nicht mehr so viel. Er kümmert sich mehr um die Menschen und das Land als jeder andere Politiker seit Reagan", sagt er.

In Sachen Wirtschaftskompetenz liegt der US-Präsident in Umfragen immer noch vor seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden, obwohl durch die Krise 40 Millionen Amerikaner ihren Job verloren haben und die USA in der schlimmsten Rezession seit fast 100 Jahren stecken.

Doch dafür könne ja Trump nichts, meint Andrea Garrett. Die pensionierte Krankenschwester aus Arkansas hält die ganze Sache mit dem Coronavirus ohnehin für übertrieben. Dass ihr Mann trotz Krise seinen Job noch hat, das verdanke er Trump und der schnellen Wiederöffnung des Landes.

Trump-Unterstützer | AFP

Im ganzen Land - so wie hier in Scranton, Pennsylvania - hat Trump Unterstützer. Reicht dieser Rückhalt für eine zweite Amtszeit? Bild: AFP

Fossile Brennstoffe - Trump will sie behalten

Die Handelskriege mit der EU und China, der Ausstieg aus dem Atomvertrag mit dem Iran und dem Pariser Klimaabkommen: Für Trump-Anhänger sind das Belege, dass hier ein Präsident für ihre Interessen kämpft. Liz Maudy aus Tulsa und ihr Mann produzieren in ihrer Firma Ersatzteile für die Ölindustrie. "Uns gefällt, dass er die Aufträge aus China zurückholen will. Wir habe viel an die Chinesen verloren. Ich verstehe nicht genug davon, um zu beurteilen, ob diese Politik auch funktioniert. Aber mir gefällt, dass er es überhaupt probiert."

Jerome Taylor aus Alabama arbeitet für einen Stromversorger. Und er freut sich über Trumps Klima- und Energiepolitik, die auf Kohle, Öl und Gas setzt: "Er hat viele Maßnahmen ergriffen, die gut für meine Zukunft sind. Zum Beispiel was fossile Brennstoffe angeht. Die wollten die Demokraten abschaffen. Das hätte vielen Leuten in der Mittelschicht ihre Jobs gekostet."

Anzug mit Backsteinmuster

Im Wahlkampf 2016 hatte Trump versprochen, die berüchtigte Mauer zwischen den USA und Mexiko zu bauen. Mexiko sollte sie bezahlen. Seither ist nicht viel passiert: Von über 3200 Kilometern Grenze wurde an nur 400 Kilometern der Zaun verstärkt und nur acht Kilometer neu gebaut - aus US-Steuermitteln.

Blake Marnell aus der Grenzstadt San Diego in Kalifornien aber ist von der Idee immer noch begeistert. Bei Trump-Veranstaltungen trägt der Mitfünfziger deshalb einen Anzug, der an eine rot-orangene Backsteinmauer erinnert: "Ich bin für starke Grenzen in den USA, vor allem nach Mexiko. Um die Schwemme von Drogen zu stoppen. Und den illegalen Menschenhandel."

"Wir werden wieder respektiert"

Während der Pandemie hat Trump seine Einwanderungspolitik noch einmal verschärft: Derzeit werden fast keine Arbeitsvisa ausgestellt. Ryan Hurley, republikanischer Student aus Iowa, findet das genau richtig: "Das ist ein monumentaler Schritt um zu gewährleisten, dass Einwanderung nur passiert, wenn es Amerikanern hilft. Und das ist nicht nur wichtig während der Pandemie, sondern auch in der Zukunft."

Auch für Joanna Snedden aus der Nähe von Tulsa in Oklahoma ist klar: Trump hat die USA in den vergangenen Jahren wieder groß gemacht. "Die Welt liebt Trump. Wir werden wieder respektiert - mehr als in der Vergangenheit. Das hatten viele so satt, dass die USA von anderen Ländern nicht mehr respektiert werden. Man muss in dieser Welt für sich sorgen. Das machen wir. Und das macht er."

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 24. August 2020 um 08:38 Uhr.