US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Arbeitslosigkeit in den USA Trump verlängert Einwanderungsstopp

Stand: 23.06.2020 07:30 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie ist die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt dramatisch. US-Präsident Trump verlängerte deshalb nun den Stopp der legalen Einwanderung und setzte verschiedene Arbeitsvisa bis Jahresende aus.

Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit infolge der Corona-Pandemie in den USA hat Präsident Donald Trump den Stopp legaler Einwanderung bis zum Jahresende ausgeweitet. Trump verlängerte eine im April zunächst für 60 Tage angeordnete Regelung, die im Wesentlichen Ausländer betrifft, die sich um eine Green Card für den dauerhaften Aufenthalt in den Vereinigten Staaten bemühen. Die Verfügung sieht darüber hinaus die Aussetzung von verschiedenen Arbeitsvisa vor.

Unter Berufung auf einen hohen Regierungsbeamten berichten verschiedene Medien, dass die Visa-Beschränkungen unter anderem auch auf Spezialberufe und firmeninterne Versetzungen ausgeweitet würden. Bis Ende des Jahres sollen weder Arbeitsvisa des Typs H-1B für Spezialisten mit Hochschulabschluss noch L-1-Visa für die Versetzung von Angestellten in einem Unternehmen ausgestellt werden, hieß es. Betroffen sei auch das H-2B-Programm für ungelernte Arbeiter mit Ausnahmen für die Lebensmittelbranche. Landwirtschaftliche Saisonkräfte nach H-2A sind demnach dagegen nicht betroffen.

Die Verfügung gilt nur für Ausländer, die sich aktuell außerhalb der USA befinden und noch keine Einreiseerlaubnis haben. Wer bereits über eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis verfügt, ist nicht betroffen. Ausnahmen gibt es auch für Ehepartner und Kinder von US-Bürgern. Das Arbeits-, Heimatschutz- und Außenministerium sollen regelmäßig überprüfen, ob Änderungen der Maßnahmen notwendig sind.

Mehr als 500.000 ausländische Kräfte betroffen

Nach Schätzungen der Regierungszentrale sollen von den nun in Kraft tretenden Maßnahmen rund 525.000 amerikanische Arbeitskräfte profitieren. Im Umkehrschluss heißt das, dass mehr als eine halbe Million Arbeitskräfte aus dem Ausland betroffen sind.

H-1B-Visas, von denen pro Jahr bis zu 85.000 vergeben werden, sind für hoch spezialisierte Fachkräfte wie Ingenieure und Wissenschaftler vorgesehen, die eine begrenzte Zeit in den USA arbeiten. Die US-Regierung kündigte an, an einer langfristigen Reform des H-1B-Programms zu arbeiten. Das Visum L-1 ist für die firmeninterne Versetzung eines Mitarbeiters vorgesehen, mit dem Visum der Kategorie J kommen gewöhnlich etwa Praktikanten oder Teilnehmer an Austauschprogrammen ins Land.

40 Millionen Arbeitslose wegen Corona

Die US-Regierung begründete die Maßnahmen mit der weiterhin dramatischen Lage auf dem Arbeitsmarkt infolge der weitgehenden Stilllegung der Wirtschaft zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Wegen der Vorkehrungen haben seit Mitte März mehr als 40 Millionen Menschen wenigstens zeitweise ihren Arbeitsplatz verloren. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stagnierte zwar zuletzt, allerdings ist noch keine Entspannung trotz der langsamen Öffnung der Wirtschaft erkennbar.

Wegen seines Bemühens um eine zweite Amtszeit als US-Präsident will Trump besondere Einsatzbereitschaft für seine Landsleute zeigen. Er verlängere und erweitere die Aussetzung bestimmter Visa, um sicherzustellen, "dass amerikanische Arbeitnehmer Vorrang haben, wenn wir uns von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus erholen", hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. "Abgesehen von einigen Ausnahmen sollten wir nicht zulassen, dass eine große Anzahl ausländischer Arbeitnehmer zu einer Zeit in die Vereinigten Staaten kommen, in der so viele Amerikaner arbeitslos sind."

Die USA sind das Land mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus- Infektionen weltweit. Mehr als 2,3 Millionen Fälle sind bekannt, mehr als 120.000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Viele Bundesstaaten haben die strikte Ausgangsbeschränkungen mittlerweile gelockert. Die Zahl der Neuinfektionen stieg infolge teilweise dramatisch an. Nach Berechnungen der "New York Times" machten die am Sonntag nachgewiesenen Neuinfektionen in den USA 20 Prozent aller registrierten weltweit aus.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. Juni 2020 um 06:36 Uhr.

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